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Google Core Update May 2020: Analyse der Gewinner & Verlierer

Ab dem 4. Mai veröffentlicht Google das zweite Core Update 2020 – und das inmitten der Corona-Pandemie. Nach dem abgeschlossenen Rollout, gut zwei Wochen nach Beginn, ist nun Zeit für eine ausführlichere Analyse der Stellschrauben, an denen Google gedreht hat. Marcus Pentzek, Chief SEO Consultant bei Searchmetrics, und Niels Dahnke, Head of SEO bei der Content-Marketing-Agentur Suxeedo, haben sich die Auswirkungen des Updates angeschaut und teilen ihre Insights und die Analysen der Gewinner & Verlierer beim Core Update in diesem Blogpost mit euch. Aufgefallen ist ihnen, dass dieses zweite Core Update 2020 mitten in der Corona-Pandemie offenbar doch wieder stark mit E-A-T zusammenhängt.

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Unsere Analysten: Niels Dahnke und Marcus Pentzek

Niels Dahnke, Head of SEO, SuxeedoNiels Dahnke ist Head of SEO der Berliner Content Marketing Agentur Suxeedo und Speaker auf internationalen Konferenzen. Bei Suxeedo konzentriert sich der erfahrene Online-Marketing-Spezialist vor allem auf technische Suchmaschinenoptimierung sowie strategische Beratung. Zuvor arbeitete er als Head of SEO, SEA & Social Media bei der Mediengruppe Madsack.

Marcus Pentzek, Chief SEO Consultant, Searchmetrics Digital Strategies Group

Marcus Pentzek ist Chief SEO Consultant der Searchmetrics Digital Strategies Group. Den Kunden der Searchmetrics Suite steht er mit Rat und Tat bei der Suchmaschinenoptimierung ihrer Webseiten zur Seite. Insbesondere internationales SEO (China, aber nicht nur China!) ist dabei sein Steckenpferd. Zuvor war Marcus als Teamlead SEO bei der UDG United Digital Group tätig.

E-A-T als wichtiger Faktor?

In Bezug auf E-A-T (Expertise, Authority und Trust) sind Niels und Marcus der Meinung, dass Google mit dem May 2020 Core Update erneut an den entsprechenden Bewertungen gedreht hat. So seien „starke E-A-T-Signale vielleicht nicht der Faktor, gehören aber dennoch zu den Beweggründen des Updates“, so Marcus und Niels.

Dagegen vertrat Searchmetrics-Gründer und CIO Marcus Tober auf SearchEngineLand die Meinung, dass er nicht an einen E-A-T-Einfluss glaubt, weil bei vergangenen Updates typische E-A-T-Websites zu den großen Gewinnern gehörten – und diese Tendenz diesmal ausblieb. „Das Update scheint etwas breiter angelegt zu sein als vorige Core Updates“ Zudem sei das Update nicht nur auf sensible Themen rund um E-A-T fokussiert, etwa Finance oder Health. Zwar gab es auch in diesen Bereichen Auswirkungen, doch habe es bei vorigen Core Updates stets große Gewinner aus dem Health-Bereich gegeben, etwa WebMD oder Mayoclinic – doch nicht bei diesem Update. „Google hat erneut an der Gewichtung von Content-Faktoren zusammen mit Brand-Faktoren gearbeitet, und eventuell auch Nutzerdaten wie die Click-Through-Rate mit einbezogen“, so Marcus Tober.


„Google hat wieder an der Gewichtung von Content-, Brand-Faktoren und Nutzerdaten gearbeitet. Das Update scheint etwas breiter angelegt zu sein als vorige Core Updates und weniger stark auf E-A-T-Themen fokussiert. “ Marcus Tober, Searchmetrics-Gründer und CIO


Mit E-A-T bezeichnet Google einen Qualitätsstandard für Websites, der in die Bewertungen der Google Quality Tester und auch in den Rankings Eingang finden soll – vor allem bei YMYL-Themen (Your Money, Your Life), bei denen es um sensible Informationen zu Finanzen oder Gesundheit geht.

Dagegen meint Marcus Pentzek, dass es diesmal beim May 2020 Core Update vielleicht keine großen Gewinner gäbe, sondern dafür eher viele kleinere Gewinner. „Könnte es sein, dass Google hier eher seine ehemaligen E-A-T-Bemühungen korrigiert, weil kleinere Websites trotz hochwertigster Informationen auf Grund des schwächeren „Authority“-Aspektes (Backlinks) eher nicht zu den wirklich spannenden Keywords zu finden waren?“, fragt er.


Marcus Pentzek, Chief SEO Consultant, Searchmetrics Digital Strategies Group

„Vielleicht hat sich Google bei dem May 2020 Core Update Update einfach für mehr Vielfalt entschieden, und damit für eine Aufwertung kleinerer Websites.“ Marcus Pentzek, Chief SEO Consultant bei Searchmetrics


War also das May 2020 Core Update vielleicht eher eine E-A-T-Korrektur für mehr Vielfalt – statt einer grundlegenden Weiterentwicklung dieser Ranking-Prinzipien? Dies würde für „betroffene“ Seiten bedeuten, dass sie nichts falsch gemacht haben – und damit zu den Google-Aussagen in Bezug auf Core Updates passen. Vielleicht, so schlussfolgert Marcus, habe sich Google einfach für mehr Vielfalt entschieden, und damit für eine Aufwertung kleinerer Websites.

Qualität zählt mehr als Authority

Beide SEO-Experten sehen im Mai-Update eine deutliche Korrektur und Aufwertung in Sachen Qualität. So hat Marcus festgestellt, dass bei vielen Publishern Hub-Pages in den Rankings fielen –  Kategorie- oder Tag-Seiten also, die Teaser und Links zu bestimmten Themen sammelten, verloren ihre Rankings. „Zu einem Keyword wie Nordkorea muss ich keine solche Tag-Seite eines großen Publishers in den Top 10 sehen“, meint Marcus.

Die Nutzerintention hinter einer Suchanfrage scheint bei diesem Update eine wichtige Rolle gespielt zu haben, stellt Niels fest: „Wer versucht hat, alles auf einer Zielseite zu vereinen und damit keinen klaren Fokus hat, sendet für den Algo offenbar so undeutliche Signale, dass solche Seiten eher verloren haben“ Dies gelte auch für Produktseiten, die mit einem kleinen SEO-Text die wichtigsten Fragen beantworten sollen.

Marcus ergänzt, dass er der Vermutung von Martin Missfeldt, dass das Core Update ein Art „Bestrafung“ von Business-Modellen ist, nicht folgen könne. „Martin wird vor allem aufgefallen sein, dass seine eigenen Websites nicht mehr so gut performen. Doch sind das ja vor allem Keyword-Domains. Weiterhin hat Martin ja nicht selten selbst gesagt, dass sein Content gar nicht sooo gut ist – das würde wieder mit den verlorenen Rankings der Tag-Seiten der Publisher einhergehen, dass Qualität wieder etwas mehr als Authority zählen sollte.“


Niels Dahnke, Head of SEO, Suxeedo„Wer versucht hat, alles auf einer Zielseite zu vereinen und damit keinen klaren Fokus hat, sendet für den Algo offenbar so undeutliche Signale, dass solche Seiten eher verloren haben. Da hilft es eben auch nicht, wenn man auf einer Produktseite unten einen kleinen SEO-Text einbaut, der die wichtigsten Fragen beantworten soll.“ Niels Dahnke, Head of SEO bei Suxeedo


Seiten ohne starkes Linkprofil und Brand gehören zu Verlierern

Niels und Marcus sind sich einig, dass Brands und Seiten mit einem starkem Linkprofil zu den Gewinnern gehören – zumindest, wenn die Qualität stimmt. „Domains mit entsprechendem Trust bzw. gut verlinkten URLs scheinen hierbei zu den Gewinnern zu gehören“, so Niels. Backlinks würden nicht nur eine einzelne Unterseite stärken, sondern für die gesamte Domain positiv sein.

Die Affiliate-Seiten scheinen zu den großen Verlierern des May 2020 Core Updates zu gehören, da sie nicht über besonders hochwertige und relevante Inhalte verfügen und denen zudem ein hochwertiges Linkprofil fehle, um sie als starke Marke auszuweisen. Dabei scheine das Alter einer Domain keine Rolle zu spielen.

Nutzersignale enorm wichtig

Zudem sieht Niels die Wichtigkeit von guten User Signals für ein langfristig gutes Google-Ranking. „Damit wird klar, wieso negative Nutzersignale nicht durch ein tolles Linkprofil vollkommen ausgeglichen werden können.“ Auch hier zeige sich, dass die Algorithmen eine gewisse Plausibilitätsbewertung beinhalten und ihre eigene Bewertung mit Hilfe von Nutzersignalen abgleichen würden.

Wenn man E-A-T als Faktor berücksichtige, dann scheinen hier insbesondere bei YMYL-Themen die Anforderungen gestiegen zu sein, was insbesondere für Affiliates ein Problem darstelle.

Niels verweist in diesem Zusammenhang auf ein Suxeedo-Whitepaper zu Nutzersignalen, in dem die Rolle von User Signals als Ranking-Faktor beleuchtet und anhand von Praxisbeispielen gezeigt wird, wie sich CTR, Bounce Rate und Verweildauer optimieren lassen.

Google-Update als E-A-T-Korrektur

„Damit haben wir drei Aspekte, die für eine Bevorzugung von Expertise (Verlierer haben nicht besonders hochwertige und relevante Inhalte), Authority (hochwertiges Backlinkprofil) und Trust (starke Marke, Domain-Age) sprechen“, fasst Marcus zusammen und ergänzt: „Man muss nicht zu den Stärksten der Starken gehören, solange man eine fundierte E-A-T-Basis vorweisen kann.“

Dies ist für ihn der Kern der E-A-T-Korrektur von Google beim Mai-Update. „Man ist als E-A-T-Tycoon nicht mehr für die Top-Ergebnisse gesetzt, wenn die Qualität nicht stimmt – aber viele Websites mit grundlegend guter E-A-T-Basis haben eben auch hochwertigen Content“, so Marcus.


Marcus Pentzek, Chief SEO Consultant, Searchmetrics Digital Strategies Group„Man muss nicht zu den Stärksten der Starken gehören, solange man eine fundierte E-A-T-Basis vorweisen kann. Das scheint (für mich) die Art der E-A-T-Korrektur von Google gewesen zu sein.“ Marcus Pentzek, Chief SEO Consultant bei Searchmetrics


Marcus verweist auf das Beispiel notebooksbilliger.de, die beim Google Core Update im Mai ordentlich zulegen konnten:

Auch Niels sieht das Mai-Update eher als E-A-T-Korrektur früherer Core Updates, das passe auch zu der Aussage von Google zur Natur eines Core Updates:

„It’s also important to understand that search engines like Google do not understand content the way human beings do. Instead, we look for signals we can gather about content and understand how those correlate with how humans assess relevance. How pages link to each other is one well-known signal that we use.“

 

Die Suche nach Gewinnern durch das Update hat Niels zu Googles eigenen Angeboten geführt – z.B. play.google.com. Der Google-eigene Playstore wächst seit Monaten kontinuierlich.  „Das Mai-Update hat zwar mit rund 16 Prozent einen vergleichsweise geringen Anstieg gebracht, es zeigt aber, wie sich die eigenen Google-Angebote in der Suche weiter ausbreiten und dominanter werden“, so Niels.

Auch Marcus verweist auf das Wachstum der Google-eigenen Angebote – etwa beim September 2019 Core Update, bei dem Video-Content – vor allem Video-Oneboxen,  aber auch „organische“ Youtube-Rankings andere Ergebnisse verdrängt hat und zu einer gestiegenen SEO Visibility von YouTube geführt hat.

Veränderungen bei Local SEO: Google bestätigt Bug

Aber nicht nur bei E-A-T, sondern auch im Bereich Local SEO sahen Niels und Marcus zahlreiche Änderungen durch das Mai-Update. „Schaut man sich die Veränderungen im Bereich Local SEO an, so ist häufig eine Verschlechterung der SEO Visibility zum Zeitpunkt des Update-Rollouts um den 3. Mai zu sehen“, so die Beachtungen von Niels – für Domains, die regional eigentlich eine gute Auffindbarkeit haben und die sogar als regionale Marken einzustufen sind. So musste die Lüneburger Landeszeitung mit den Verlusten auch in den Wochen nach dem Update weiterleben:

Allerdings konnten sich auch viele solcher regional starken Domains in den Tagen nach dem Start des Update-Rollouts wieder erholen – etwa ndr.de:

Neben der organischen Suche habe es zudem deutliche Veränderungen in der Darstellung der lokalen Treffer gegeben, sagt Niels. Insbesondere in den USA gab es daher viele Spekulationen, ob „local pack rankings“ vom aktuellen Core Update ebenfalls betroffen sind. Joy Hawkins hat diese Frage daher auf Twitter direkt an Danny Sullivan gestellt, der inzwischen bestätigt hat, dass die Veränderungen bei den Local Rankings vermutlich ein Bug waren und nun in Angriff genommen wurden:

 

Core Updates mit teils merkwürdigen Entwicklungen

Insgesamt bekommt Google von Niels ein eher mittelprächtiges Zeugnis ausgestellt, was die Qualität der Core Updates angeht. Auch das Mai-Update habe gezeigt, dass algorithmische Fehlentwicklungen erst mit einem erneuten Core Update ausgeglichen würden. „Wer von solch einem Update betroffen ist, muss daher entweder auf das nächste Update warten oder die Strategie zumindest sehr deutlich anpassen“, so Niels.


Niels Dahnke, Head of SEO, Suxeedo„Die Veränderungen der letzten Core Updates mögen manche Verbesserungen gebracht haben, aber ich sehe wesentlich mehr Schrott-Domains und wenig hilfreiche Inhalte bei meinen täglichen Suchanfragen. Daran hat das aktuelle Google Update leider nichts geändert.“ Niels Dahnke, Head of SEO bei Suxeedo


„Seit 2018 gab es mehrere Google Updates mit deutlichen Verlierern, die für mich nicht nachvollziehbar sind“, ergänzt Niels. Die Veränderungen der letzten Core Updates mögen manche Verbesserungen gebracht haben, aber er sehe wesentlich mehr Schrott-Domains und wenig hilfreiche Inhalte bei seinen täglichen Suchanfragen. Daran, so Niels, habe auch das aktuelle Google Update leider nichts geändert.

Ad-hoc-Analysen nicht sinnvoll

Bereits seit Januar sieht Niels bei vielen Domains eine höhere Volatilität. Und auch nach dem Core Update scheint der Algorithmus sich erst einpendeln zu müssen. „Vielleicht muss sich aber auch nicht der Algo einpendeln, sondern das Rollout des Updates braucht eben etwas Zeit.“ Schließlich sagt Google selbst, dass der Rollout bis zu zwei Wochen dauert. Man könne also bei jedem Core Update erst nach dieser Zeit eine ernsthafte Bewertung vornehmen, meint Niels – auch wenn jeder am liebsten schon am Tag nach den ersten Veränderungen eine Antwort auf die Frage hätten: Was genau verändert das Update und was muss ich jetzt tun?

Wichtig sei zudem, die Update-Gewinner nicht einfach aufgrund von Veränderungen der Visibility auf Basis eines Datums zu küren. Sonst, sagt Niels, würden Domains wie shell.com als große Gewinner gefeiert, obwohl hier wohl eher gehackte Subdomains zum „Erfolg“ beigetragen hätten:

Welche Subdomains es im Einzelnen waren, die für den Aufschwung von Shell in der SEO Visibility sorgten, zeigt die nachfolgende Aufstellung aus der Searchmetrics Research Cloud:

Gehackte Subdomains von shell.com
Gehackte Subdomains von shell.com

„Für ein Webinar zum Thema DIY Google-Update-Analyse habe ich mir apotheke.de als Objekt ausgesucht, ohne tiefer vorher untersucht zu haben“, ergänzt Marcus. „Sie hatten einen massiven Abfall in der SEO Visibility – und das, obwohl sie beim January 2020 Core Update zunächst gut gewonnen haben.“

Marcus‘ Analyse zeigte, dass die Schwankungen der SEO Visibility durch Veränderungen beim Keyword „apotheke“ ausgelöst wurden, das im Januar in die Top10 geschossen und im Mai wieder aus den Top10 geflogen ist.

Zudem, so Marcus, fänden sich bei beiden Updates auch weitere Korrelationen, die in die E-A-T-Korrektur-These passen könnten. So gab es viele begleitende Gewinner-Keywords im Januar und begleitende Verlierer-Keywords im Mai für die Domain. Er vermutet, dass apotheke.de mehr Authority/Trust auf Grund ihres Keyword-Domain-Status bekam. Aber andere Online-Apotheken hatten vermutlich bei dem generischen Begriff keine niedrigere Click-Through-Rate, so Marcus. Und schließlich habe Google registriert, dass „Apotheke“ als Keyword nicht von apotheke.de beherrscht werden darf.

Google Update inmitten der Corona-Pandemie sorgt für Unmut

Der Zeitpunkt des Google Core Updates im Mai 2020 wurde von einigen Webmastern und SEOs kritisiert. So seien Online-Businesses inmitten der Corona-Pandemie ohnehin schon genug gefordert. Schließlich gelten weltweit noch immer starke Einschränkungen, die sich in einem Rückgang von Traffic und Online-Umsätzen sowie in einer unsicheren Zukunft für viele Businesses bemerkbar machen. Die Kritik äußerte sich via Twitter und im Webmaster World Forum:

  • „Google please, we are in the midst of a pandemic, can’t it wait?“ Eby Bekee (@QueenPhloxie) via Twitter
  • „Is algorithm update so important when most business are shutdown and user searches has declined in many Industries?“ Web Trainings (@webtrainings) via Twitter
  • „It’s pandemic and I don’t want Google updates to crush me at this time of financial crisis. I’m scared :( “ MayankParmar via WebmasterWorld-Forum

Core Update Mai 2020 – Was Google laut Google verändert hat

Inzwischen hat es Tradition: Google kündigt größere Core Updates, also Anpassungen am Kern-Algorithmus für die Berechnung der Suchergebnispositionen, via Twitter an. Im vorliegenden Fall wurde der Rollout-Beginn am 4. Mai 2020 kommuniziert. Damit kann Google der Gerüchteküche etwas vorbeugen und zudem den Namen des Updates selbst festlegen. Die Core Updates sind dabei bewusst neutral gehalten; und auch das Mai-Update 2020 von Google macht hier keine Ausnahme. Google selbst wählt hier die Sprachvariante „May 2020 Core Update“:

Das nachfolgende Beispiel haben wir von einem Searchmetrics-Kunden erhalten. Anhand der Google-Analytics-Daten ist ersichtlich, dass der Traffic seit Dienstag, 5. Mai, ab 19 Uhr einbrach. Seither ist der organische Traffic um rund 50 Prozent eingebrochen, sowohl über die Desktop-Suche als auch Mobile:

Auswirkung des Google May 2020 Core Updates: Traffic-Rückgang um 50 Prozent laut Google Analytics

 

Am 18. Mai 2020 hat Google verkündet, dass der Rollout nun abgeschlossen ist – exakt 14 Tage nach der Ankündigung des Rollout-Starts:

 

Wie immer gibt es von Google keine genauen Informationen, was am Suchalgorithmus verändert wird oder welche Branchen  bzw. Themen im besonderen Fokus des Google Updates liegen. Ob zudem ein Zusammenhang zum Coronavirus und dem sich verändernden Suchverhalten der Google-Nutzer besteht, bleibt ebenfalls unklar. Auch Google Webmaster Trends Analyst John Mueller gibt keine genauen Angaben zum Mai-Update, sondern verweist auf Nachfrage auf den allgemeinen Google-Blogpost zum Thema und gibt via Twitter lediglich an: „We work hard to improve our search results for users, and to highlight the fantastic content you work on.“

 

Übersicht der Google Core Updates

Seit 2019 hat Google bereits sechs Core Updates in eigenen Kommunikationskanälen bestätigt bzw. angekündigt sowie mit einem Namen gebranded – eine Übersicht:

Update-Name
Datum Eigenschaften des Google Updates
Google-Statement
Google May 2020 Core Update 4. Mai 2020 Inmitten der Corona-Pandemie veröffentlicht Google das zweite Core Update 2020. Die Änderungen, die sich aus diesem Core-Update ergeben, ziehen sich offenbar durch viele Branchen; von Rezepten über Health bis Finance. Google-Ankündigung via Twitter
Google January 2020 Core Update 13. Januar 2020 Das erste offiziell angekündigte Core Update 2020 wurde am 13. Januar 2020 ausgerollt. Google setzt damit auch 2020 seine im Jahr 2019 in Kraft getretene Kommunikationsstrategie in Bezug auf Update fort und kündigt via Twitter im Vorfeld an.

» Google January 2020 Core Update

Google-Ankündigung via Twitter
Google November 2019 Core Update 7. November 2019 Die Veränderungen beim November 2019 Core Update hatte Auswirkungen auf kleine und mittlere Affiliate-Websites vor allem in den USA. Viele der betroffenen Websites sind den Bereichen Travel, Food und Health zugehörig. Von Google gab es eine nachträgliche Bestätigung des Updates.

» Google November 2019 Core Update

Nachträgliche Bestätigung via Twitter
Google September 2019 Core Update 24. September 2019 Das September 2019 Core Update wurde global ab dem 24. September 2019 ausgerollt. Im Mittelpunkt dieses Updates stand die Content-Qualität. Dieses dritte Update Update des Kern-Ranking-Algorithmus 2019 wurde ebenfalls von Google im Vorfeld angekündigt.

» Google September 2019 Core Update

Google-Ankündigung via Twitter
Google June 2019 Core Update 3. Juni 2019 Mit dem June 2019 Core Update kündigte Google erstmals den Rollout eines Core Updates im Vorfeld an. Das Update nahm Anpassungen am Kern des Ranking-Algorithmus vor und wurde am 3. Juni 2019 veröffentlicht.

» Google June 2019 Core Update

Google-Ankündigung via Twitter
Google March 2019 Core Update 12. März 2019 Bei diesem globalen Update gab es zahlreichen Ranking-Verschiebungen für sensible Suchanfragen, etwa im Gesundheitsbereich. Ebenfalls wurde der Algorithmus in Bezug auf eine stärkere Bewertung von Trust & Expertise sowie Nutzersignale angepasst.

» Google March 2019 Core Update

Nachträgliche Bestätigung via Twitter

Eine Übersicht aller Google Updates findet ihr im verlinkten Beitrag.

Google Updates: Was Webmaster & SEOs machen können

Im Spätsommer 2019 hat Google einen Post im Google Webmaster Blog veröffentlicht, der etwas genauer erklärt, welche Algorithmus-Änderungen hinter den Core Updates stecken und was Webmaster und SEOs tun können, wenn sie von einem Google Core Update getroffen wurden.

Wer Ranking-Verluste durch ein Update verzeichnen muss, „habe weder gegen die Google Webmaster-Richtlinien verstoßen, noch einer manuellen oder algorithmischen Aktion unterzogen“. Stattdessen gehe es bei den Änderungen darum, die Bewertung von Inhalten insgesamt zu verbessern. Diese Änderungen könnten laut Google dazu führen, dass einige Seiten, die zuvor unterbelohnt waren, besser abschneiden – und natürlich auch andersherum. Ein Vergleich mit der Funktionsweise eines Google Core Updates sei etwa eine Liste der 100 besten Filme des Jahres 2015. Einige Jahre später, 2019, werde die Liste aktualisiert – und werde sich vermutlich ändern, weil neue Filme im Laufe der Jahre hinzugekommen sind.

Google empfiehlt Webmastern und SEOs, deren Websites von einem Google Update getroffen wurden, „sich darauf zu konzentrieren, den bestmöglichen Inhalt anzubieten“ – und schlägt für den Audit der Website einige Fragen in folgenden vier Bereichen vor:

Content & Qualität: Bietet die Website orginelle, werthaltige Inhalte, die über das Kopieren hinausgehen? Sind Title & Description ansprechend und dem Inhalt entsprechend gestaltet? Würde man selbst als Webmaster diesen Content mit Freunden teilen?

Expertise: Ist der Content vertrauenswürdig? Enthält die Seite Fehler? Würde man selbst als Webmaster, der via Google auf die Seite kommt, dieser vertrauen?

Präsentation & Produktion: Wirkt der Content gut recherchiert und produziert – oder scheint es eher Massenware zu sein? Gibt es zu viel Ads? Lädt die Seite auf allen Devices ansprechend?

Wettbewerbsvergleich: Bietet die Website einen Mehrwert im Vergleich zu anderen Wettbewerbern? Entspricht der Content der Erwartungshaltung der Nutzer?

Webmaster können sich also anhand einer ehrlichen Beantwortung dieser Fragen vielleicht schon einen ersten Eindruck verschaffen – und die eigene Website im Vergleich mit den Wettbewerbern vor allem im Hinblick auf die Werthaltigkeit des Contents hin untersuchen.


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