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Google Jobs Deutschland in der Analyse: Verbreitung & Konsequenzen für die Arbeitssuche

Google Jobs wird seit Mai 2019 auch in den deutschen Suchergebnissen bei relevanten Suchanfragen ausgespielt. Unsere Analyse zeigt, wie verbreitet dieses SERP Feature geworden ist, welche Potenziale und Risiken sich für traditionelle Job-Portale ergeben. Wie wird diese Entwicklung die Suche nach Arbeit in Deutschland verändern und was könnten die Folgen für Stepstone, Monster & Co. sein?

Wie verbreitet ist Google Jobs?

Wir beobachten seit einigen Monaten mithilfe der Searchmetrics Suite ein relevantes Keyword-Set zu spezifischen Suchanfragen aus den Segmenten Marketing-Jobs (White Collar) und Elektriker-Jobs (Blue Collar) jeweils im Raum München und ohne Orts-Qualifier. Seit März 2019 läuft Google in Deutschland im Testbetriebe; hier wurden im Schnitt zwischen 5 und 8 Prozent der relevanten Suchanfragen mit einem Google-Jobs-Widget versehen. Nach dem Rollout am 22. Mai zeigt sich in den Daten ab der 21. Kalenderwoche ein massiver Aufschwung: Das SERP Feature wird seither für 80 bis 90 Prozent der entsprechenden Suchanfragen eingeblendet.

Es ist unwahrscheinlich, dass dieser Wert künftig wieder zurückgeht. Blicken wir in die USA oder nach Großbritannien, wo Google Jobs schon seit längerer Zeit zum Alltag gehört, sehen wir Werte, die konstant um die 95% bis 98% liegen. SEO-Prognosen sind zwar immer gewagt, aber es ist durchaus vorstellbar, dass nach einer gewissen Test-Phase eine solche Verbreitung von Google Jobs auch in den deutschen Suchergebnissen zu beobachten sein wird.

Google Jobs in Deutschland: Zwei Monate Probezeit erfolgreich bestanden

Am 22. Mai 2019 wurde die SERP-Integration Google Jobs offiziell in den deutschen Suchergebnissen ausgerollt. Bei relevanten Suchanfragen sehen die Nutzer seither das prominente SERP Feature von Google Jobs:

google-jobs-deutschland

Mit dem offiziellen Launch endet die Testphase, denn Google fing schon im März 2019 an, Jobs-Integrationen für manche Suchanfragen in den deutschen Suchergebnissen einzublenden. Dies war aber lange keine Weltneuheit. Wie bei vielen Entwicklungen der Suchergebnisseiten – wie z.B. Änderungen in der Bildersuche – rollt Google die Änderungen später aus als in anderen Teilen der Welt. So gibt es Google Jobs in den USA schon seit Juni 2017 und auch in anderen Märkten wird diese SERP-Integration schon länger für relevante Suchanfragen eingeblendet.

Was unter anderem zu einer Testphase gehört, sind kleine Fehlschritte. Erst eine Woche vor dem deutschen Launch wurde von einem Porno- bzw. Spam-Problem bei den Job-Integrationen berichtet. Dennoch ist Google offensichtlich mit dem bisherigen Verlauf derart zufrieden, um nun die Beta-Phase zu beenden und bei einer breiteren Auswahl an Suchanfragen dem User Stellenangebote anzuzeigen.

Wie geht’s mit Monster, Stepstone und Indeed weiter?

Auch wenn Google Jobs nur für einen relativ kleinen Nischenmarkt von Relevanz ist, ist es nachvollziehbar, dass die etablierten Player in diesem Markt eine Bedrohung empfinden. Ähnlich wie in anderen Märkten – z.B. in der Reisebranche, wo Google mit eigenen Flug-, Hotel- und Destination-Integrationen den Angeboten anderer Websites immer mehr Konkurrenz macht – ist die Einführung einer Google-eigenen SERP-Integration ein klares Signal, dass Google diesen Nutzer-Traffic für wertvoll hält und ihn nicht mehr den großen Portalen komplett überlassen möchte.


„Langfristig bedeutet Google Jobs eine große Gefahr für die etablierten Job-Portale. Google kann Stellenanzeigen von Unternehmenswebsites direkt ziehen und wird so die Stellenbörsen, die wir heute kennen, umgehen können.“ Malte Landwehr, VP Product bei Searchmetrics


Im Falle von Google Jobs können sich allerdings die großen Websites zunächst auf mehr Traffic freuen. Mit der Google Indexing API sind auch sie in der Lage, die auf ihren Portalen erscheinenden Stellenanzeigen an Google zur Anzeige in der Job-Integration zu übermitteln. Im Prinzip ist dies also für Monster, Stepstone & Co. eine große Chance, mit einer ordentlichen Google-Jobs-Optimierung ihren Traffic zu steigern. Der folgende Screenshot aus den USA zeigt, wie careerbuilder.com dies gemacht hat und die ersten drei Stellenanzeigen in der Jobs-Integration besetzt:

google-jobs-careerbuilder

Mehr Chancen, aber mehr SEO-Arbeit für Personalabteilungen

Was sich nun ändert, ist, dass Unternehmen ihre Stellenanzeigen nicht mehr bei einem der großen Portale platzieren müssen, um von Nutzern gefunden zu werden. Auch Nutzer müssen (theoretisch) nicht mehr drei oder vier Portale durchklicken, sondern sie können alle relevanten Stellenangebote direkt bei Google finden. Unternehmen können ihre Job-Angebote also auf der eigenen Webseite für Google-Jobs so optimieren, dass so die klasssischen Job-Portale – und die damit verbundenen Gebühren – umgangen werden können.

Wie bei anderen Aspekten der Suchmaschinenoptimierung, liegt der Schlüssel zum Erfolg in der sorgfältigen Aufbereitung der Inhalte, damit sie von Googles Crawler korrekt erfasst und angemessen dargestellt werden können. Aktuell gelingt dies mithilfe von Structured-Data-Auszeichnungen, die spezifisch für Job-Anzeigen gelten. Auch wenn Berichten zufolge nur wenige große deutsche Unternehmen ihre Job-Anzeige-Daten schon den Anforderungen entsprechend bereitstellen, stellt dies für alle Unternehmen eine enorm große Chance dar. Mit gutem SEO können sie durch eine Platzierung in der Job-Box eine bisher fast unvorstellbare Sichtbarkeit in den organischen Suchergebnissen gewinnen und so Nutzer bei höchstspezifischen und relevanten Suchanfragen mit ihren Job-Angeboten erreichen.

SERP Features selbst checken

Manche Integrationen (auch SERP-Features oder früher One-Boxes genannt) in den Suchergebnissen kommen schon bei einem beträchtlichen Anteil aller Suchanfragen vor. Aktuell in Deutschland werden Videos, Bilder, Video-Karusselle und Knowledge Panels für mehr als jede dritte Desktop-Suchanfrage angezeigt.

Bei Google Jobs ist eine solche Allgegenwärtigkeit in den Suchergebnissen nicht zu erwarten, da diese Integration nur dann angezeigt wird, wenn der Nutzer auf der Suche nach einem Job ist und diese Intention durch eine Suchanfrage ausdrückt, die einen Begriff wie „Job“, „Stellen“ etc. beinhaltet. Wie es bei Google Jobs in Deutschland weitergeht, werden wir natürlich weiterhin im Auge behalten und bei künftigen Entwicklungen auf diesem Blog berichten. Wer sich mehr für Searchmetrics-Daten für Google Jobs und andere SERP-Integrationen interessiert, kann sich einen Überblick über unsere Software-Features hier verschaffen:

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