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Google Jobs jetzt live in Deutschland: Was heißt es für die Arbeitssuche?

Am 22.05.2019 wurde Google Jobs in den deutschen Suchergebnissen auf Google.de vollständig ausgerollt. Damit werden für einschlägige Suchanfragen relevante Stellenanzeigen als SERP-Integration eingeblendet, ohne dass der Nutzer ein klassisches Job-Portal besuchen muss. Wie wird diese Entwicklung die Suche nach Arbeit in Deutschland verändern und was könnten die Folgen für Stepstone, Monster & Co. sein?

Google Jobs in Deutschland: Jetzt live!

Am 22. Mai 2019 wurde die SERP-Integration Google Jobs offiziell in den deutschen Suchergebnissen ausgerollt.

google-jobs-deutschland

Zwei Monate Probezeit erfolgreich bestanden

Mit dem offiziellen Launch endet die Testphase, denn Google fing schon im März 2019 an, Jobs-Integrationen für manche Suchanfragen in den deutschen Suchergebnissen einzublenden. Dies war aber lange keine Weltneuheit. Wie bei vielen Entwicklungen der Suchergebnisseiten – wie z.B. Änderungen in der Bildersuche – rollt Google die Änderungen später aus als in anderen Teilen der Welt. So gibt es Google Jobs in den USA schon seit Juni 2017 und auch in anderen Märkten wird diese SERP-Integration schon länger für relevante Suchanfragen eingeblendet.

Was unter anderem zu einer Testphase gehört, sind kleine Fehlschritte. Erst eine Woche vor dem deutschen Launch wurde von einem Porno- bzw. Spam-Problem bei den Job-Integrationen berichtet. Dennoch ist Google offensichtlich mit dem bisherigen Verlauf derart zufrieden, um nun die Beta-Phase zu beenden und bei einer breiteren Auswahl an Suchanfragen dem User Stellenangebote anzuzeigen.

Wie verbreitet ist Google Jobs?

Manche Integrationen (auch SERP-Features oder früher One-Boxes genannt) in den Suchergebnissen kommen schon bei einem beträchtlichen Anteil aller Suchanfragen vor. Aktuell in Deutschland werden Videos, Bilder, Video-Karusselle und Knowledge Panels für mehr als jede dritte Desktop-Suchanfrage angezeigt.

Bei Google Jobs ist eine solche Allgegenwärtigkeit in den Suchergebnissen nicht zu erwarten, da diese Integration nur dann angezeigt wird, wenn der Nutzer auf der Suche nach einem Job ist und diese Intention durch eine Suchanfrage ausdrückt, die einen Begriff wie „Job“, „Stellen“ etc. beinhaltet.

Vor diesem Hintergrund ist also nicht der Anteil aller Suchanfragen von Interesse, sondern der Anteil relevanter Suchanfragen, die mit einer Job-Suche verbunden werden können. Daten von Searchmetrics zeigen, dass seit März 2019 ca. 5% (mit steigender Tendenz) der Suchergebnisseiten für jobbezogene Keywords in Deutschland eine Jobs-Integration aufweisen:

Diese Anteile mögen auf den ersten Blick bescheiden wirken. Sie beziehen sich aber ausschließlich auf den Zeitraum der Testphase. Blicken wir in die USA oder nach Großbritannien, wo Google Jobs schon seit längerer Zeit zum Alltag gehört, sehen wir Werte, die konstant um die 95% bis 98% liegen. SEO-Prognosen sind zwar immer gewagt, aber es ist durchaus vorstellbar, dass nach dem vollständigen Launch eine solche Verbreitung von Google Jobs auch in den deutschen Suchergebnissen zu beobachten sein wird.

Wie geht’s mit Monster, Stepstone und Indeed weiter?

Auch wenn Google Jobs nur für einen relativ kleinen Nischenmarkt von Relevanz ist, ist es nachvollziehbar, dass die etablierten Player in diesem Markt eine Bedrohung empfinden. Ähnlich wie in anderen Märkten – z.B. in der Reisebranche, wo Google mit eigenen Flug-, Hotel- und Destination-Integrationen den Angeboten anderer Websites immer mehr Konkurrenz macht – ist die Einführung einer Google-eigenen SERP-Integration ein klares Signal, dass Google diesen Nutzer-Traffic für wertvoll hält und ihn nicht mehr den großen Portalen komplett überlassen möchte.


„Langfristig bedeutet Google Jobs eine große Gefahr für die etablierten Job-Portale. Google kann Stellenanzeigen von Unternehmenswebsites direkt ziehen und wird so die Stellenbörsen, die wir heute kennen, umgehen können.“ Malte Landwehr, VP Product bei Searchmetrics


Im Falle von Google Jobs können sich allerdings die großen Websites zunächst auf mehr Traffic freuen. Mit der Google Indexing API sind auch sie in der Lage, die auf ihren Portalen erscheinenden Stellenanzeigen an Google zur Anzeige in der Job-Integration zu übermitteln. Im Prinzip ist dies also für Monster, Stepstone & Co. eine große Chance, mit einer ordentlichen Google-Jobs-Optimierung ihren Traffic zu steigern. Der folgende Screenshot aus den USA zeigt, wie careerbuilder.com dies gemacht hat und die ersten drei Stellenanzeigen in der Jobs-Integration besetzt:

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Mehr Chancen, aber mehr SEO-Arbeit für Personalabteilungen

Was sich nun ändert, ist, dass Unternehmen ihre Stellenanzeigen nicht mehr bei einem der großen Portale platzieren müssen, um von Nutzern gefunden zu werden. Auch Nutzer müssen (theoretisch) nicht mehr drei oder vier Portale durchklicken, sondern sie können alle relevanten Stellenangebote direkt bei Google finden. Unternehmen können ihre Job-Angebote also auf der eigenen Webseite für Google-Jobs so optimieren, dass so die klasssischen Job-Portale – und die damit verbundenen Gebühren – umgangen werden können.

Wie bei anderen Aspekten der Suchmaschinenoptimierung, liegt der Schlüssel zum Erfolg in der sorgfältigen Aufbereitung der Inhalte, damit sie von Googles Crawler korrekt erfasst und angemessen dargestellt werden können. Aktuell gelingt dies mithilfe von Structured-Data-Auszeichnungen, die spezifisch für Job-Anzeigen gelten. Auch wenn Berichten zufolge nur wenige große deutsche Unternehmen ihre Job-Anzeige-Daten schon den Anforderungen entsprechend bereitstellen, stellt dies für alle Unternehmen eine enorm große Chance dar. Mit gutem SEO können sie durch eine Platzierung in der Job-Box eine bisher fast unvorstellbare Sichtbarkeit in den organischen Suchergebnissen gewinnen und so Nutzer bei höchstspezifischen und relevanten Suchanfragen mit ihren Job-Angeboten erreichen.

Wie es bei Google Jobs in Deutschland weitergeht, werden wir natürlich weiterhin im Auge behalten und bei künftigen Entwicklungen auf diesem Blog berichten. Wer sich mehr für Searchmetrics-Daten für Google Jobs und andere SERP-Integrationen interessiert, kann sich einen Überblick über unsere Software-Features hier verschaffen:

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