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Achtung Kunde! Wie man schnell mal eine Webseite analysiert

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Wir sind in der SEO-Bude XY. Das Telefon klingelt. Der SEO-Berater hebt ab, eine sonore Stimme sagt:
„Guten Tag. Mein Name ist Dirk Niebel, ich bin Chef im Entwicklungsministerium und wir sind gerade auf der Suche nach einer kompetenten SEO-Beratung für unsere Webseite…“

Ernstfall, jetzt gilt’s. Da hilft nur eins: Der schnelle Griff zur Searchmetrics-Suite!

Dieser gedachte Anruf kommt von Dirk Niebel, unserem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Politisch ist er eher unauffällig, gehen wir also mal davon aus, dass er mit seiner Webseite Gas geben möchte.

Was wollen wir denn schnell wissen, damit wir mit Herrn Niebel ins Gespräch kommen und nachher ein kompetentes Angebot machen können? Ganz grundlegend ja wohl:

1. Entwicklung seiner Domain-Sichtbarkeit im Zeitverlauf

2. Mögliche bestehende Fehler bzw. Penalties

3. Chancen für Verbesserungen

Und wir möchten im Verlauf des Telefonats dem Kunden zeigen, dass wir uns schnell und kompetent um seine Seite kümmern (können). Das gilt übrigens auch für Inhouse-SEOs, die einen Anruf von einem Abteilungsleiter bekommen…

Also: Der zweite Blick geht auf die Übersicht der Schnellanalyse (der erste natürlich auf die Webseite selber):

Schnellanalyse Kunde SEO

Deutlich zu sehen (im roten Kasten) ist die Tatsache, dass es zwar organischen Traffic gibt (also Besucher aus den Suchergebnissen von Google), aber keine Sichtbarkeit bei Bildern, Videos, Maps oder im Shopping-Index. Letzeres wäre bei einem Ministerium auch eher überraschend – aber Bilder und Videos? Das IST ein potentielles Problem und natürlich auch ein Potential der Seite. Der Verlauf der organischen Kurve ist auch ein wenig wackelig – aber das kann auch jahreszeitlich (oder eher bundestagswahlkampflich) bedingt sein. Deshalb nehmen wir uns vor, auch mal die Performance-Daten anschzuschauen.

SERPS spreadingAnbei (rechts) der Verlauf eines potentiellen Neukunden, mit dem ich neulich telefoniert habe. Also ihr wisst, was ich meine, gell?

Zurück zum BMZ. Wir blicken auf das SERP Spreading – also die Verteilung der gefundenen Keywords über die einzelnen Suchergebnisseiten. Denn natürlich bringen nur die Positionen auf der ersten Seite etwas – aber die anderen Seiten liefern Informationen en masse. Das SERPS-Spreading vom BMZ sieht zunächst mal so aus:

spreading

Es ist klar zu  sehen, dass kräftig Potentiale verschenkt werden, weil die erste Seite prozentual hinter der zweiten steht und wir schön mit Cliffhängern aka Schwellenkeywords arbeiten können (und mein Tipp wäre hier, mal über die Durchblutung der Seite nachzudenken…). Was Herrn Niebel aber nervös machen sollte, wäre der lange Balken auf der Seite 5. Solche Hügel deuten manchmal auf eine frühere (Teil-) Penalty hin, da bei einer solchen eine Menge Suchergebnisse um 30 oder 60 Positionen nach hinten verschoben werden. Aber das können und wollen wir ja nicht auf die Schnelle analysieren (etwa mit einer Longtail-Analyse), wir haben ja einen Bundesminister am Telefon…

schnellanalyse-4Während wir mit ihm über seine bisherigen Maßnahmen plaudern und dabei auch gleich ganz genau hinhören, ob er Hobby-SEO ist (dann droht gefährliches Halbwissen!) schauen wir im SERPS-Spreading ein paar Monate in die Vergangenheit (Das geht über das kleine Kalendersymbol rechts unter der Grafik). Das sieht also schon mal ganz anders aus. Nun kann das ein gutes oder schlechtes Zeichen sein – wir wissen aber, da ist einiges in Bewegung. Was meint ihr, wie sich das Spreading bei dem Kunden mit der Penalty oben entwickelt hat? Genau!

Wir wissen schon eine Menge und reden parallel nun mit dem neuen Kunden (denn ich glaube schon, das Interesse von Dirk Niebel geweckt zu haben) über seine Konkurrenz. Er klagt, dass er so im Schatten von Guido Westerwelles Außwärtigem Amt steht und die CSU-Verbraucherministerin Ilse Aigner kann er schon gar nicht leiden. Wir schauen mal nach.

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Das wird Herrn Niebel nicht freuen das sein Parteifreund Westerwelle so toll abschneidet. Immerhin sieht Ilse Aigners SERP-Spreading deutlich ungünstiger aus als seines. Aber ob ihn das froh macht?

Hier ein Wort unter uns SEO-Beratern: Wir wissen natürlich, dass ein Entwicklungsminnisterium bei Google NICHT mit dem Außenministerium oder dem Verbraucherministerium konkurriert, sondern eher mit Attac, Brot für die Welt u.s.w.. Aber das weiß unser Anrufer noch nicht. Also holt er ihn dort ab, wo er ist. Das ist für beide Seiten hilfreich…

Sinnvoller lenken wir das Gespräch mit unserem ministralen Kunden auf das Thema „Keywords“. Er möchte vermutlich mit seinem Namen und solchen Begriffen wie „wirtschaftliche Zusammenarbeit“ gefunden werden. Wir schauen mal bei den dafür vorgesehenen Reitern nach, welche Potentiale, interessante Rankings und Movers & Shakers für ihn spannend sein könnten.

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Wir sehen hierbei auch gleich eine ganze Reihe von möglichen Longtail-Reihen wie etwa Ländernamen, in denen er aktiv ist (Indonesien, Kambodscha, Bolivien u.s.w.) für die wir dann schnell auf seiner Seite nach einer vernünftigen Struktur suchen können bzw. müssen. Dabei sehen wir, dass er seine Navigation mit Begriffen wie „Was wir machen“ und „Publikationen“ verschenkt. Und wieder Potential gefunden. In jedem Fall werden wir erfahren, mit welchen Begriffen Herr Niebel denn gut ranken möchte und vielleicht können wir ihn sogar auch schon nach sinnvollen Keywords abklopfen.

Meist wird es sich auch lohnen, in der Suite rüber zur Backlink-Analyse zu klicken und sich hier schlau zu machen. Bei dem Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sparen wir uns das jetzt aber mal. Wir wollen ja keine Schulung, sondern ein Kundengespräch führen. Und ich habe die leise Ahnung, dass ein Linkaufbau für das BMZ mit Sicherheit machbar sein wird…

Also: Habt ihr was gemerkt? Mit einigen wenigen Klicks und geschickt gestellten Fragen haben wir von unserem möglicherweise neuen Kunden schon eine ganze Menge erfahren und sind mit ihm über seine Webseite, seine Konkurrenz und sogar über seine Ziele ins Gespräch gekommen. Das ist viel besser, als den HTML-Code seiner Seite zu öffnen, über H1 und das Canonical-Attribut zu philosophieren und seine Techniker wüst zu beschimpfen. Das könnt ihr nachher immer noch.

Macht was draus!

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Eric Kubitz und ich bin Mit-Gründer der CONTENTmanufaktur GmbH. Wer mich erreichen will, kann dies per Mail (ek@contentmanufaktur.net) oder per Twitter tun. Bis bald!