Mobile-first: Wie ihr euch auf Googles neuen Indexing-Prozess vorbereitet

27. März 2018 | SEO Neuigkeiten 11 Kommentare

Es ist ein Epochenwechsel, den Google angekündigt hat: Wurden bisher die Desktop-Versionen einer URL als Hauptindex von Google für die Evaluation von Webseiten und die Ermittlung von Rankings verwendet, soll dies künftig durch die mobile Version einer Seite erfolgen. Seit dem 26.03.2018 wissen wir, dass Google begonnen hat, dies für manche Websites bereits zu tun. Nachfolgend die wichtigsten Fragen und Antworten zum Mobile-First-Indexing.

Mobile_First_indexing

Die Frage des Hauptindexes von Google beschäftigt die SEO-Szene schon seit einiger Zeit – spätestens seit Mobilegeddon im April 2015. Gibt es separate Indizes für Desktop und Mobile?

Oder gibt es „nur“ einen Hauptindex? Jetzt hat Google die Frage im Webmaster-Blog geklärt: „We continue to have one single index that we use for serving search results. We do not have a “mobile-first index” that’s separate from our main index.“ Das heißt, es gibt weiterhin einen Index, jedoch ändert sich die Grundlage der Seiten, die in den Index kommen werden. Wurde bisher die Desktop-Version der Seite zur Bewertung herangezogen, fällt diese Aufgabe künftig der Mobile-Variante zu.

6 Tipps für die Umstellung auf den mobilen Indexierungsprozess

Es folgen 6 wichtige Tipps zur Umstellung auf den neuen Indexingerungsprozess von Google. Wer damit nicht satt wird, kann noch Marcus Tobers Beitrag zum Thema „Mobile-First aus SEO-Sicht“ lesen.

1. Google beginnt jetzt sukzessive auf Mobile-First-Crawling umzustellen

Zunächst muss man keine Angst haben, wenn die eigene Website noch nicht mobil optimiert ist. Wahrscheinlich wird die mobile Auffindbarkeit solcher Seiten bislang nicht gegeben sein und Google wird solche Seiten nicht kurzfristig auf Mobile-First-Crawling umstellen. Im Webmaster-Blog heißt es: „if you only have desktop content, you will continue to be represented in our index.“ Stattdessen beginnt Google langsam(!), Websites auf Mobile-First-Crawling umzustellen, die bereits „ready“ sind – also bei denen aus Google-Perspektive nichts Negatives passieren wird. Ob die eigene Website bereits umgestellt ist, kommuniziert Google dann in der Google Search Console.

2. Google empfiehlt eine Website mit responsivem Layout

Der Vorteil eines responsiven Webdesigns ist, dass Inhalte und Quelltext einer Seite in der Desktop-Variante und in de Mobile-Variante identisch sind. Dies macht es Google einfacher, für beide Ansichten dieselben Inhalte zu interpretieren. Google empfieht in ihren Hilfen für Entwickler ganz klar diese Variante der technischen Optimierung für mobilen Websites.

3. Mobile Seite in der Search Console anmelden

Wer eine separate mobile Seite anbietet, diese jedoch bislang noch nicht explizit in der Google Search Console eingetragen hat, sollte jetzt handeln. Alle mobilen Seiten-Ausgaben – entsprechend mit oder ohne www. – sollten eingetragen werden, um Google die Existenz einer separaten Mobil-Version explizit zu übermitteln. Canonicals müssen nicht verändert werden, die ja im Regelfall bisher von der Mobile-Seite auf die Desktop-Version zeigten. Wer eine responsive Seite hat, dessen Haupt-Content und Markup-Struktur sich zwischen Desktop und Mobile nicht unterscheidet, muss laut Google nichts tun.

4. Mobilen User Agent nutzen und Seite prüfen

Rund drei Jahre nach Mobilegeddon finden sich in den mobilen Suchergebnissen noch immer zahlreiche URLs, deren Mobilfreundlichkeit ausbaufähig ist – selbst wenn sie das mobile-friendly-Label erhalten haben. Ob Cookie-Hinweis, App-Download-Banner, Newsletter-Interstitial: Google wird in diesem Bereich in den kommenden Monaten sicher noch genauere Bewertungsmaßstäbe anlegen. Deshalb ist es wichtig, die eigene Website mit einem mobilen User-Agent zu crawlen; dies gilt für die Search Console, aber auch für Analyse- und Optierungstools wie Page Speed, GT Metrix & Co – folgende Fragen können beantwortet werden: Wie ist die Nutzerfreundlichkeit? Ist der Hauptcontent sofort verfügbar? Wie ist die Ladezeit? Stören Banner oder Interstitials?

5. Structured Markup überprüfen

Google widmete sich in der Mitteilung zum Mobile-first-Indexing im November 2016 detailliert den Structured Markups. Vermutlich gab es in der Vergangenheit zahlreiche Websites, die zu viele oder unpassende Markup-Strukturen verwendet haben. Jetzt sollen „large amounts of markup“ vermieden werden, die nicht relevant für das spezifische Dokument sind. Auf der anderen Seite weisen bei separaten Mobil- und Desktop-Websites oft die Desktop-Versionen strukturierte Daten auf, die der mobilen Variante fehlen. Auch dies sollte nach Möglichkeit nicht passieren. Dies bedeutet: Webmaster sollten die Markup-Struktur ihrer Landingpages überprüfen – und im Idealfall ein Markup pro Seite verwenden. Das Markup in Desktop- und Mobile-Variante sollte gleich ausfallen. Dabei sollte die Entscheidung entsprechend für Produkt, Blogpost oder Rezept ausfallen. Damit kann Google den Hauptcontent der Landingpage schneller erfassen.

6. Desktop vs. Mobile Visibility prüfen

Google bewertet Websites künftig nur noch nach ihren Mobil-Versionen – entsprechend wichtig ist es, jetzt die Performance eurer Websites in den mobilen Suchergebnissen zu überprüfen. Richtet jetzt das Monitoring ein und überprüft Desktop- und Mobile-Visibility eurer Web-Projekte mit der Searchmetrics Suite. Dort könnt ihr Eure Desktop- und Mobile-Visbility direkt miteinander vergleichen.

desktop-vs-mobile-visibility

Mobile-Visibility prüfen!

Langsames Ausrollen – kein neues „Mobilegeddon“

Google macht deutlich, dass die Einführung von Mobile-First-Indexing ein langsamer Prozess sein wird. Mit dieser Ankündigung ist nicht zu erwarten, dass die Desktop- und Mobile-SERPs von heute auf morgen auf den Kopf gestellt werden, aber genau wie Google werden wir die Entwicklungen im Auge behalten. Insbesondere werden wir schauen, inwiefern sich die SEO Visibility von Websites betroffen wird, die immer noch keine mobile Optimierung umgesetzt haben. Werden sie demnächst abgestraft, oder wartet Google geduldig, bis sie „ready“ sind? Und selbst wenn Google wartet, werden Nutzer genauso viel Geduld zeigen? Auf jeden Fall gilt: Spätestens jetzt – wenn nicht schon vor Jahren passiert – sollten alle die Best Practices von Google durchlesen und sich mit der Mobile-First-Zukunft auseinandersetzen, die immer mehr zur Mobile-First-Gegenwart wird.

DISCLAIMER: Dieser Post erschien ursprünglich am 16.11.2016 unter dem Titel, „Mobile first: Wie ihr euch auf den neuen Google-Index vorbereitet“. Er wurde am 27.03.2018 aktualisiert.

PS: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Jan und ich bin als Content Marketing Manager bei Searchmetrics tätig. Ich verfasse Studien & Whitepaper rund um Search- und Content-Optimierung, blogge hier über neue Produkt-Features, Google Updates und analysiere frische SEO-Daten aus unserer Suite.
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Kommentare (9)

  1. 18. Nov. 2016 07.42 Uhr

    „Canonicals müssen nicht verändert werden, die ja im Regelfall bisher von der Desktop-Seite auf die Mobil-Version zeigten.“ Seid ihr euch da sicher? War doch bislang eher umgekehrt.

  2. 21. Nov. 2016 11.35 Uhr

    Ist ja ganz toll. Wenn ich aus welchen gründen auch immer keine mobile Seite will, werde ich bestraft. Eine Anmaßung und Frechheit sondergleichen. Google sollte zerschlagen werden!

  3. 28. Nov. 2016 15.58 Uhr

    Hallo Tobias, danke für den Hinweis – da hast Du natürlich völlig Recht & wir haben es geändert.

  4. 29. Dez. 2016 10.55 Uhr

    @Martin:
    Mobile First – Warum?
    Ganz klar, weil immer mehr User mobil surfen, als über den Desktop. Und Google will natürlich den User einen bestmöglichen Erfolg über die Suchergebnisse ermöglichen.
    Wenn die Seite auf dem Smartphone schlecht zu lesen / anzuschauen ist, ist es daher nur mehr als fair, wenn eine Abstrafung für nicht mobile optimierte Seiten erfolgt!

  5. 05. Apr. 2018 13.17 Uhr

    Und am allerbesten gleich AMP integrieren… Dann liebt es Google :/

  6. 09. Apr. 2018 14.41 Uhr

    Bei den meisten Projekten haben 60-70% Mobile-Anteil, somit macht der Wechsel auch Sinn.

    Beste Grüsse
    Marc Bürgin

  7. 18. Apr. 2018 22.20 Uhr

    Ob die überwiegende Zahl der Nutzer wirklich mobil surft, hängt stark vom Markt ab. In reinen B2B-Märkten, in denen Webplattformen vom Arbeitsplatz oder dem Labor aus genutzt werden, überwiegen nach wie vor Desktop Rechner. Und daran wird sich in den nächsten Jahren auch nichts ändern. Wie ist hier Eure Einschätzung zum Verhalten von Google?

  8. 19. Apr. 2018 10.44 Uhr

    Liebe Kollegen: Logische Konsequenz aus dem Benutzerverhalten folgend. 80% der Erstbesucher kommen Mobil. Der Rest der später folgt braucht weniger Google.

  9. 20. Apr. 2018 10.21 Uhr

    Weder in meinen noch bei Kundenprojekten ist bisher eine Meldung bzw. des Mobile Indexes in der Search Console aufgetaucht. Vermutlich wird es immer noch ein Weilchen dauern …

Trackbacks (2)

  1. 29. Nov. 2016 12.23 Uhr

    […] Sogar Google hat 2016 beschlossen, dass stationäre Websites nicht mehr die Grundlage für Rankings …. Um deinen Usern also etwas zu bieten, musst du deinen Content so verpacken, dass er vor allem auf Smartphones funktioniert – und hier kommt Responsive Webdesign ins Spiel. Mit dieser Technik passt sich deine Website immer an die Größe des Displays an, auf dem sie angezeigt wird. Das ist heutzutage definitiv der Standard und du bist gut beraten, wenn du deinem Publikum diese User Experience ermöglichst… man wird es dir danken und auch Google wird dich dafür mit besseren Rankings belohnen! […]

  2. 30. Apr. 2018 17.17 Uhr

    […] um sich zusätzliche Suchergebnisse anzeigen zu lassen. Und noch etwas: Google hat jüngst mit dem Rollout des Mobile-First-Index begonnen. Sprich, Google wird ab sofort die mobile Version einer Seite heranziehen, um deren Relevanz für […]

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