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Agenda 2011: Zehn Strategien für die SEO-Kür (Teil 2)

Im ersten Teil dieses Beitrags habe ich mich mit Performance, Google Places, Rich Snippets, Cloaking und Seiten-Konsolidierung beschäftigt. Nun folgt der zweite Teil der „SEO Agenda 2011“ mit weiteren Strategien für eine Google-Optimierung über die Standards hinaus.

Übrigens: Ich habe gehört, dass der eine oder andere Kollege findet, dass diese Strategien eh schon zum Daily Business gehören. Nun, das hoffe ich auch – zumindest bei SEO-Agenturen, die Qualitätsseiten zu betreuen haben. Aber Hand aufs Herz: Wie schaut das bei den Lesern dieses Blogs aus? Ich bin auf die Kommentare gespannt!

6. Freshness des Contents

Bitte nicht verwechseln: Damit ist nicht Optimierung für Google News gemeint. Die ist zwar auch ein dankbares Thema (vor allem für Searchmetrics-Kunden, die mit dem News-Modul der Suite hierfür alle Mittel in der Hand haben) – aber hier soll es um den „natürlichen“ Index gehen. Und auch für den gibt es viele konkrete Gründe, die Inhalte der Seite aktuell zu halten:

  • Die Aktualisierung eines Inhalts kann/wird eine Neu-Indizierung triggern, was man mit einem Tweet zusätzlich unterstützen kann.
  • Wir sehen in den Ergebnissen immer häufiger eine Bevorzugung von aktuellen Inhalten vor älteren Inhalten. Ich kann dies (noch) nicht mit Zahlen belegen, aber daran arbeiten wir…
  • In einer SEO-freien Realität erhalten Webseiten immer dann neue Links, wenn es neue oder veränderte Inhalte gibt. Es ist in der SEO-Realität also eine gute Idee, das Linkbuilding mit einem Aufbau oder einer Aktualisierung von Inhalten einher gehen zu lassen.

Ein lustiges Beispiel für die Bevorzugung von aktuellen Seiten: Für den Suchbegriff „Pollenflug“ – der derzeit sicher kein Signal „Query deserves freshness“ sendet – wird die erste Ergebnisseite trotzdem von beinahe tagesaktuellen Seiten dominiert:

pollenflug

Tipp #6: Checken, ob die Suchergebnisse meiner Keywords von aktuellem Inhalt dominiert werden – und dann mehr Beiträge kontinuierlich veröffentlichen oder zumindest aktualisieren.

7. Bilder-Optimierung

Die Onebox für "buberry"...
Die Onebox für „burberry“…

Gut möglich, dass vor allem bei diesem Thema der eine oder andere denkt, das wäre ein alter Hut. Dem halte ich aber entgegen, dass gerade in bilderstarken Themenbereichen die Webseitenbetreiber offenbar lieber auf vermeintlich schicke Bildergalerie-Funktionen denn auf eine vernünftige SEO-Optimierung setzen. Oder wie lässt es sich anders erklären, dass in der One-Box für das Mode-Designer-Label „Burberry“ die Bilder (rechts) von teilweise gar nicht modenahen Seiten (psd-tutorials.de, free-mobile-wallpapers.com) erscheinen. Und sucht man nach „designermode“, findet die Suchmaschine nicht einmal genug Bilder für eine Onebox – obwohl die Trend- und Modeseiten doch großformatige tolle Bilder dazu bereit halten. Allein die Seite burberry.com hat zwar 8.000 Bilder im Index – aber selbst die stärkste Länderseite (UK) bekommt diese nicht so optimiert, dass sie auch angezeigt werden. Das sehen wir im Universal-Search-Modul der Searchmetrics Suite:

8000 Bilder im Index - aber nur wenige werden tatsächlich gefunden: burberry.com
8000 Bilder im Index – aber nur wenige werden tatsächlich gefunden: burberry.com

Mir fällt dazu eigentlich nur ein: Krass! Und das, wo doch die ersten Schritte der Bilder-Optimierung gar nicht so schwer sind. Bilder sollten möglichst groß sein, HTML-sauber in der Nähe des Textes eingebaut werden und mit Dateinamen, ALT-Tag u.s.w. ihren Inhalt textlich darstellen. Aber das ist ja ein alter Hut ;-)

Tipp #7: Abfrage mit Site-Befehl im Bilder-Index und Check, ob diese Bilder auch etwa in der Onebox für nahe Suchbegriffe angezeigt werden. Wer mehr darüber wissen will, hat mit Martin Mißfeld einen großartigen Ansprechpartner.

8. Shop-Optimierung

"Gartenteich" - wer will den den gleich kaufen?
„Gartenteich“ – wer will den den gleich kaufen?

Möchte jemand, der „Waschmaschine“ in den Suchschlitz eingibt, gleich eine kaufen? Oder wird er erst zum Kunden, wenn er einen Produktnamen wie „Bauknecht super eco 67“ eingibt? Nun, Google entscheidet derzeit im Zweifelsfall für den Shop und geht selbst bei recht allgemeinen Hauptwörtern von einer Kaufabsicht aus. Auch etwa bei „Gartenteich“ – bei dem sicher mehr Suchende nach Pflegetipps als nach billigen Angeboten suchen…

Also: Wer irgendwas via Internet zu verkaufen hat und sich mit der Google Produktsuche noch nicht beschäftigt hat, sollte das schleunigst nachholen. Ganz besonders gilt das für die Webseiten im lokalen Einzelhandel. Denn diese setzen auf den Doppeltrend „Lokal & Shopping“ – und haben nach kurzer Durchsicht (siehe Beitrag in der vergangenen Woche) größten Nachholbedarf.

Tipp #8: Wenn noch nicht erfolgt, sofort im Google Merchant Center anmelden und dort die Möglichkeit nutzen, die Produkte per Datenfeed übermitteln.

9. Strukturierung der Seite mit HTML5

Um zu klären was HTML5 ist, hier zunächst der Link auf die Wikipedia. Ich zitiere: „HTML5 ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung und semantischen Auszeichnung von Inhalten wie Texten, Bildern und Hyperlinks in Dokumenten. Sie soll die Nachfolge von HTML4 antreten.“ Also:

  • HTML5 ist zur Strukturierung und Auszeichnungen von Inhalten geeignet
  • und „soll“ die Nachfolge von HTML4 antreten.

Außerdem bedeutet HTML5, dass man auch ohne Adobe Flash bewegte Dinge auf der Seite machen kann und – jetzt kommt’s für uns SEOs – im Code der Seite Elemente wie Navigation, Randspalte, Footer und Content erkennbar werden. Das ist sicherlich einer der Gründe, warum Google HTML5 so liebt: Denn für den Robot ist es wichtig, ob ein Text oder ein Link in der Navigation, im eigentlichen Inhalt oder im Footer steckt. Und wer nicht gerade Linktausch per Footer betreibt, hat Interesse, eben dies Google auch sauber mitzuteilen. Dabei wird uns HTML5 helfen.

„Aber die Sprache befindet sich doch noch in der Entwicklung“, schimpft der Technik-Chef und verweist darauf, wie viel Arbeit es macht, einen noch nicht fertigen Standard in die Seite zu integrieren – mit der Gefahr, dass man später wieder etwas ändern muss. Wir entgegnen ihm mit ruhiger Stimme, dass die Spezifikation von HTML5 schon wirklich ziemlich weit ist und wohl kaum mehr komplett umgestoßen wird. Selbst YouTube testet seit einem Jahr HTML5 für die Auslieferung von Videos. Ja, und Google hat die Seite HTML5Rocks gebaut. Allein der Titel der Seite sollte für jeden professionellen Webseitenbetreiber eigentlich Grund genug sein, sich ausführlich damit zu beschäftigen.

Tipp #9: Überprüfen, ob, wie und wann zumindest die Section-Elemente von HTML5 in den Code integriert werden können. Und für die Übergangszeit, hier  ein bisschen Lesestoff.

10. Erweiterung der “Marke” auf Social Media

Schön, dass Social Media nicht nur ein Ranking-Faktor sondern auch ein Besuchermagnet sein kann
Verweis-Websites: Schön, dass Social Media nicht nur ein Ranking-Faktor sondern auch ein Besuchermagnet sein kann

Den zehnten und vorerst letzten Strategie-Tipp habe ich nun lange vor mir her geschoben. Warum? Weil ich gar nicht weiß, was man dazu alles sagen kann/muss/darf/sollte. Vielleicht eines: Mit „Marke“ meint man im SEO nicht immer die großen Marken wie Dell, Apple und Siemens. Auch deine kleine Seite kann eine Marke sein  bzw. IST eine Marke. Die Frage ist nur, was man daraus macht. Marken sind das, worüber man sich unterhält – logischerweise ist eine Webseite, über die man sich unterhält, eine Marke. Alles klar? Na gut, in SEO-Diktion könnte man das so ausdrücken: Google checkt auch Twitter und Facebook nach Links und Nennungen von Webseiten und registriert diese. Und seit Dezember 2010 wissen wir sogar, das der Social Graph ganz offiziell ins Google-Ranking Einzug gehalten hat.

Doch Vorsicht: Gerade bei Social Media liegen Wohl und Wehe sehr nahe beieinander. Wer vor lauter Begeisterung fürs Linkbuilding in News-Diensten, Foren und Blogs alles andere vergisst, verliert mit Sicherheit bald seine Rankings, da Google auf Ausgewogenheit achtet. Deshalb ist es gerade bei diesem Punkt so wichtig, eine Ausgewogenheit und die volle Übersicht über alle Backlinks zu bekommen.

Back to Social Media: Hier eine kleine, spontane Liste von Gründen, warum ein Twitter-Account und eine Facebook-Seite sehr häufig sehr viel Sinn macht:

  • Schnelle Indizierung von neuen Beiträgen dank Twitter.
  • Social Graph (also Links und pure Nennungen) auf Facebook und Twitter tragen zur Marken-Bekanntheit einer Seite bei.
  • Erhöhung der durchschnittlichen Verweildauer und Verringerung der Bouncerate.
  • Und eben, ganz grundsätzlich: mehr Links und mehr User

Tipp #10: Wie man SEO und Social Media professionell und zielführend unter einen Hut bekommt, erklärt uns Jen Lopez auf SEOmoz.

So, das war jetzt mal die Agenda 2011. Wir werden in den nächsten Wochen auf einige dieser Themen intensiver eingehen. Ich freue mich aber auch über Themen-Ideen und – sowieso – alle Kommentare. Wer sich den ersten Teil dieser Mini-Serie noch einmal anschauen will, findet dort die Themen:

  • Performance der Webseite
  • Optimierung für Google Places
  • Rich Snippets / Microformats
  • Cloaking vermeiden
  • Konsolidierung der Seiten im Index

Agenda 2011: Zehn Strategien für die SEO-Kür (Teil 1)

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Eric Kubitz und ich bin Mit-Gründer der CONTENTmanufaktur GmbH. Wer mich erreichen will, kann dies per Mail (ek@contentmanufaktur.net) oder per Twitter tun. Bis bald!