Google Speed Update & Lighthouse Insights: Expertentipps zur Pagespeed Optimierung

Update 13.11.2018 – Nach den offiziellen Release Notes der Google Page Speed Insights werden ab sofort die Daten zur Beurteilung der Seitenladezeit herangezogen, die sich aus Google Lighthouse Audits ergeben. Mit ihnen lassen sich Performance-Werte für jede URL bestimmen und Ranking-Faktoren für individuelle Websites ableiten.

Wie lassen sich Lighthouse-Audits durchführen und welche Erkenntnisse kann man aus ihnen ziehen? Für seine Präsentation auf dem SEO-DAY im November 2018 hat Malte Landwehr einige Analysen, Beispiele und Benchmarks zusammengestellt, die wir selbstverständlich mit euch teilen möchten:

SEO-DAY 2018: „Was ich aus 20.000 Google Lighthouse Audits gelernt habe“

 

4  Wochen Google Speed-Update – Das sagen die Experten

Seit dem 9. Juli ist das Google Speed Update in Kraft – und damit Page Speed endgültig zu einem mobilen Ranking-Faktor geworden. Während bereits mobil-optimierte Seiten laut der offiziellen Google-Kommunikation keine Performance Einbrüche zu befürchten hatten, wurde für Websites, die ihre mobile Präsenz bisher vernachlässigt haben, spätestens jetzt durch etwa Ranking- und Trafficverluste spürbar, dass das „Mobile First“-Zeitalter nun endgültig angebrochen ist.

Für diesen Beitrag haben wir – genau 4 Wochen nachdem das Update ausgerollt wurde – eine Experten-Runde danach gefragt, wie sie die Auswirkungen des Updates auf die mobilen Google-Rankings bewertet und welche Tipps sie für Seitenbetreiber haben, die ihre Website auf die mobile Überholspur bringen möchten.

Nicolas Sacotte, Contentking.de

PageSpeed steht schon seit langer Zeit auf unserer SEO-Agenda und damit auch auf der unserer Kunden. Grundsätzlich versuchen wir alle „möglichen“ Hebel zu nutzen. „Möglich“ deshalb, weil es gerade bei großen Unternehmen und Konzernen leider sehr oft viel zu viele technische Restriktionen oder veraltete Systeme gibt. Es tauchen also immer wieder grundsätzlich sinnvolle Maßnahmen zur Beschleunigung von Webseiten auf, die dann am Ende des Tages nicht umgesetzt werden können, oder in irgendeinem Ticketsystem eher untergeordnete Priorität bekommen. Wir versuchen aber immer zuerst die Basics umzusetzen und lowhanging Fruits zu ernten: http2, Konsolidierung von CSS und Javascript, Bildkomprimierung, Caching, CDNs, LazyLoading etc.

Im Fall des Speed Updates konnten wir leider (oder buddhaseidank?) ad-hoc keine großen Auswirkungen festestellen. Das liegt aber vermutlich wirklich daran, dass das Thema Geschwindigkeit, neben vielen anderen SEO-relevanten Baustellen, schon lange von uns kontinuierlich beackert wird. Außerdem hatte glaube ich auch Barry Schwarz schon Ende Juni geäußert, dass nach seinen Beobachtungen das Update „only the slowest sites“ betrifft. Und soweit ich weiß hat auch google (wie schon so oft) offiziell verkündet, dass die Änderung nur einen marginalen Teil aller Websites betrifft.

„Page Speed steht schon seit langer Zeit auf unserer SEO-Agenda und damit auch auf der unserer Kunden. Grundsätzlich versuchen wir alle „möglichen“ Hebel zu nutzen.“

Generell diskutieren wir Themen wie Pagespeed aber kontinuierlich mit Kollegen und vor allem den Kunden. Ab und an holen wir uns auch ausgewiesene Experten zu dem Thema ins Haus oder eben direkt zu den Kunden. Einfach um den Blick auch über den Tellerrand hinaus geschärft zu halten. Grundsätzlich kommen dann immer wieder Fragen bezüglich des möglichen Impacts von Maßnahme XYZ. Die Antwort ist dann ganz oft aber eben auch „kommt drauf an!“. Es ist halt schwer z.B. die Umstellung von http1 auf http2 in Sichtbarkeitszuwachs umzurechnen. Gerade dann, wenn viele SEO-Maßnahmen parallel ablaufen, wird eine exakte Zuordnung immer schwierig bleiben. Natürlich informieren sich die Kunden auch auf den einschlägigen Plattformen und Foren im Netz und stellen dann gezielte Fragen.

Die Awareness für solche SEO-Themen wird gefühlt immer größer und deshalb entstehen auch viele Fragen abseits rein technischer Problemstellungen, z.B.: „wie können wir die IT besser und effizienter in das Thema SEO und PageSpeed involvieren?“ Da geht es dann plötzlich um Prozesse, Hierarchien und Strukturen, was ich persönlich wirklich toll und sehr interessant finde!

 

Nina Roser, FischerAppelt

Die Ladezeit entspricht der vollständigen Zeitspanne zwischen dem Absenden einer Anfrage (initial request) und der vollumfänglichen Auslieferung der angefragten Webseiten-Inhalte. Etappeninformationen zum Page Speed liefern die TTFB (time to first byte), also die erste Response vom Server und die Zeit vom Start bis zum fertigen Rendering der Seite. Als Rankingfaktor wurde die Performance einer Seite bereits 2010 von Google bestätigt.

Die durchschnittliche Erwartungshaltung eines Nutzers an die mobile Webseite ist, dass diese spätestens innerhalb von drei Sekunden vollständig geladen wird – übrigens auch bei dünner Mobilfunkverbindung. Wer spätestens dann keine Inhalte zu bieten hat, der verliert Leser und Kunden. Die Ladezeit hat damit einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die User Experience und je länger die Ladezeit ist, desto mehr Absprünge wird man verzeichnen müssen. Und das kostet unterm Strich bares Geld!

„Die Ladezeit hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf die User Experience und je länger die Ladezeit ist, desto mehr Absprünge wird man verzeichnen müssen. Und das kostet unterm Strich bares Geld!“

Nun zieht Google seit Juli offiziell auch für die mobile Suche die Geschwindigkeit einer Seite als Rankingfaktor nach. Spätestens jetzt sollte sich doch wirklich jeder um die maximale Schnelligkeit der eigenen Seiten gekümmert haben – so meint man. Tatsächlich geht es in den meisten Fällen nicht darum, die schnellste Webseite aller Zeiten zu bauen – auch wenn das natürlich seinen Reiz hat. Denn für viele Portale da draußen geht es in der Verbesserung ja noch gar nicht um die Hundertstel-Sekunden-Spitzenplätze an Schnelligkeit, sondern darum, überhaupt in einem ordentlichen Maße schnell zu laden. Das Minimum ist es, der oben genannten Erwartungshaltung der User an Site Speed gerecht zu werden und im Durchschnitt oder schneller zu sein, als in der Branche üblich ist. Damit bewegt sich jeder Webauftritt im von Google als Mindestmaß geforderten Rahmen.

 

Philipp Klöckner,  Advisor & Angel Investor

Ich rate meinen Partnern seit mehr als 3 Jahren das Thema PageSpeed zu priorisieren um Conversion, User Experience und Crawlability zu optimieren. Während das Thema an sich hoch-relevant ist, ist die jüngste Ankündigung dies für mich persönlich eher nicht oder nicht mehr.

Bei bekannten Websites konnte ich nicht einmal ansatzweise Auswirkungen des aktuellen Updates feststellen. Das kann daran liegen, dass das Update nur extrem langsame Websites trifft, oder dass Google – und das vermute ich – das Thema PageSpeed bereits ausreichend über bestehende Messungen (User Experience, Back2SERP) berücksichtigt.

„Ich rate meinen Partnern seit mehr als 3 Jahren das Thema PageSpeed zu priorisieren um Conversion, User Experience und Crawlability zu optimieren.“

Ich halte es deshalb für verantwortlich darauf hinzuweisen, dass das Update vermutlich – wenn überhaupt – nur sehr langsame Seiten betrifft oder aber auch ein reiner PR Stunt ist. Dennoch ist und bleibt das Thema PageSpeed hoch-relevant für jeden Webmaster!

 

Jens Fauldrath, Termfrequenz

Für das anstehende Update im speziellen haben wir keine Maßnahmen getroffen. Ladezeit ist ein Thema, welches generell und unabhängig von Google wichtig ist. Eigentlich sollte sich auch nicht der SEO darum kümmern müssen. Wie bei so vielem ist es aber erst der Druck von Google, der Unternehmen dazu bringt sich mit Themen zu beschäftigen, die von generellem Interesse sind. Wir prüfen schon seit Langem die Ladezeiten und Optimierungsmöglichkeiten im Rahmen unserer Audits. Dabei lassen sich Probleme mit übergroßen Bildern, die redaktionell eingebunden sind, meist schnell klären. Ebenso Weiterleitungsketten, nicht erreichbare Ressourcen etc.

Problematisch sind Themen, die am CMS hängen. Oft noch schwerer, wenn die Themen am Webserver hängen. Hier wird meist die Unterstützung der IT oder des IT-Dienstleisters benötigt. Oft sind die Themen dann dermaßen aufwendig, dass diese oft erst im Rahmen eines technischen Relaunchs zu erträglichen Kosten angegangen werden können. Erwähnt werden muss auch, dass wirklich schnelle Ladezeiten kaum zu erreichen sind, wenn Adserver und viele Tracker geladen werden. Drittsysteme solcher Art liegen oft nicht im Zugriff des Websitebetreibers und entsprechende SLAs sind oft nicht vorhanden oder unzureichend für diese Problemstellung.

„Ladezeit ist ein Thema, welches generell und unabhängig von Google wichtig ist.“

Konkrete Auswirkungen des Updates konnten wir nicht feststellen. Google hat aber auch klar kommuniziert, dass Schnelligkeit kein Rankingfaktor ist sondern extrem langsame Seiten schlechter ranken. Demzufolge scheinen wir sowas in unserem Kundenstamm nicht zu haben.

Auch Fragen zum Speed-Update gab es kaum. Wenn, dann haben wir immer versucht das Thema nicht zu sehr zu dramatisieren. Wir versuchen immer Stabilität in die SEO Maßnahmenplanung unserer Kunden zu bekommen und nicht mit jedem Husten von Google alle Pläne über den Haufen zu werfen,  denn so kann man nicht effizient arbeiten und kaufmänisch betrachtet ist blinder Aktionismus meist auch nicht zu rechtfertigen.

 

Rhea Moore, morefire

Im Rahmen der Vorbereitungen auf die Mobile First Index Umstellung haben wir den meisten Kunden eh auch schon hinsichtlich des Page Speeds Empfehlungen gegeben. Wir haben hierfür speziell ein Mobile First Audit erarbeitet. Aber auch für einzelne Kunden, wo wir Defizite im Page Speed sahen, haben wir ausführliche Page Speed Analysen im Vorfeld durchgeführt und detaillierte Handlungsempfehlungen gegeben.

Wir haben bei Kunden Auswirkungen in großem Ausmaß feststellen können – von 30% Anstieg in der Sichtbarkeit bis -20% Abfall. Leider werden auch nicht immer alle Empfehlungen (schnell) umgesetzt. Hier ist dann man als Berater erst einmal machtlos. Umso wichtiger ist aber die Aufklärung und Transparenz dem Kunden gegenüber hinsichtlich Google Updates.

„Wir haben bei Kunden Auswirkungen in großem Ausmaß feststellen können – von 30% Anstieg in der Sichtbarkeit bis -20% Abfall.“

Generell waren die Auswirkungen des Google Speed Updates aus meiner Sicht größer als erwartet! Es hat schon einige Sprünge gegeben. Hier hat sich die Vorbereitung definitiv gelohnt.

 

Simon Pokorny, SEO Consultant

Ich schaue schon seit vielen Jahren unter anderem regelmäßig auf das Thema Page Speed und das nicht nur aus SEO gründen. Die Maßnahmen, die man ergreifen sollten, fangen meist mit einem vernünftigen Server Setup (Stichwort HTTP/2 und QUIC), CDN Einsatz und einer vernünftigen Komprimierng von Content und Caching bis hin zur Programmierung selbst an. Fast überall lässt sich die Performance meist verbessern.

Auswirkungen des Speed-updates im speziellen konnte ich kaum bis gar nicht feststellen. Bei den Projekten, die ich betreue, ist nichts dabei wo ich sagen würde dass diese besonders negativ oder positiv beeinflusst wurden.

„Es ist davon auszugehen, dass uns das Thema erstmal weiterhin begleiten wird solange Webseiten unnötig langsam oder groß sind und die Webseiten Betreiber meist erst dann daran arbeiten, wenn Google mal wieder was macht“.

Fragen die zum Thema Laderzeit aber regelmäßig kommen, gehen in die Richtung ob es sinnvoll ist Inhalte auszulagern oder nachzuladen um ein möglichst schlankes Grundgerüst der Webseite für Google auszuliefern. Dazu ist meist die Antwort, dass dies ein bisschen eine Milchmädchenrechnung ist und man vor allem sehr gezielt auf die Ladezeiten der Nutzer achten muss.

Mein Fazit: Aus meiner Sicht waren die Auswirkungen des Google Speed-Updates nicht kleiner und nicht größer, es ist genau das passiert, was realistisch zu erwarten war. Es ist aber davon auszugehen, dass uns das Thema erstmal weiterhin begleiten wird solange Webseiten unnötig langsam oder groß (MB) sind und die Webseiten Betreiber meist erst dann daran arbeiten, wenn Google mal wieder was macht.

 

 

Maximilian D. Muhr, Holidaypirates

Das Thema PageSpeed, insbesondere für User auf mobilen Geräten ist für uns schon länger relevant. Als erste Maßnahme haben wir in Q3 2017 daher https://amp.urlaubspiraten.de/ gestartet. Aus diesem Grund hatte ich auch überhaupt keine Erwartungen, an dieses spezielle Update, denn unsere Prämisse ist es, unser Produkt stätig weiterzuentwickeln, komplett unabhängig von Google-Updates.

„Besonders auffällig im Hinblick auf das Speed Update war vor allem ein verstärktes Crawling durch Google – insbesondere auf AMP-URLs.“

Fragen, die mich zum Thema Page Speed häufig erreichen sind: „Ist unsere Seite schnell genug“? oder auch „Google-Lighthouse-Report zeigt für Landingpage Y Wert X – ist das gut genug?“ Meine Antwort darauf ist: „Der User entscheidet wie lange er auf das Laden einer Webseite warten will. Bei Urlaubspiraten haben wir heraussragende Reisedeals, so dass die User vermutlich länger bereit sind zu warten, aber prinzipiell sollten wir daran arbeiten unsere Ladezeiten weiter zu verbessern, auch wenn die AMP-Version unserer Seite mobil bereits ziemlich schnell wirkt.“

Kyra Jäger, Next Farming

Zu den Maßnahmen, die wir bereits während des Speed-Updates bzw. unabhängig davon ergriffen haben gehört Animationen zu minimiert bzw. zu entfernt und die verwendeten Bilder zu komprimieren.  Außerdem sind wir auf einen schnelleren Server  und neue PHP Versionen umgezogen, haben das Caching optimiert und überflüssige Pixel von unserer Website entfernt.

Ob das Google Speed-Update konkrete Folgen hatte, lässt sich in meinem Fall schwer sagen. Wir haben zu der Zeit umgebrandet und sind von drei Webseiten auf die historisch schwächste migriert.

Im Allgemeinen konnten wir die Performance schon deutlich verbessern, das lässt sich aber schwer auf das Update rückschließen.“

Malte Landwehr, Searchmetrics

Die häufigste Frage ist, auf welche Ladezeit-KPI optimiert werden soll. Meine Standardantwort ist immer: „Auf keine. Wichtig ist die User Experience und die gefühlte Ladezeit.“ Es gibt aber eine Ausnahme.

Manchmal ist das Optimieren auf KPIs die einzige Option um das Thema Ladezeit im ganzen Unternehmen begreifbar und messbar zu machen. Und um die IT an Board zu holen.

„Wichtig ist die User Experience und die gefühlte Ladezeit.“

Im Hinblick auf das Speed-Update habe ich keine allzugroßen Auswirkungen erwartet – die sichtbaren Änderungen sind in dem kleinen Rahmen geblieben, von dem ich ausgegangen war.

 

 

 

Übrigens: Für alle, die zum Thema Page Speed weiterlesen möchten, haben wir globale Insights und branchenspezifische Optimierungsempfehlungen (für E-Commerce, Finanzen, Gesundheit, Medien und Reise) zu mobiler Ladezeit und Acceleratd Mobile Pages (AMP)  in der großen Searchmetrics Speed Studie für euch zusammengefasst:

Searchmetrics Speed-Studie

Hi! Ich bin Lea und als Teil des Global Communication Teams beschäftige ich mich bei Searchmetrics mit Social Media und Marketing-Kooperationen. Hier im Blog lest ihr von mir, wenn es von spannenden News aus der Digital-Szene, z.B. von on- und offline Events, zu berichten gibt.
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  1. 24. Sep. 2018 08.06 Uhr

    […] aktuelle mobile-first Strategie von Google wirkt sich allerdings laut Experteninterviews von Searchmetrics nur auf eine geringe Anzahl an sehr langsamen mobilen Websites aus. Durch die frühe Ankündigung […]

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