Die Ranking-Faktoren 2013 für Google Deutschland

13. Juni 2013 | Analysen 68 Kommentare

Es ist vollbracht. Nach wochenlangem Daten-Aggregieren, Auswerten, Analysieren, Aufbereiten, Interpretieren und den entsprechenden grafischen Umsetzungen sind sie nun endlich fertig: Die Searchmetrics Ranking-Faktoren 2013 für Google Deutschland, auch bekannt als die Ranking-Korrelationen 2013 (klingt nur blöder). Für Voreilige, hier der Link zur Studie: www.searchmetrics.com/d2013

Wieder haben wir die 30 ersten Suchergebnisse für 10.000 Keywords ausgewertet und dafür 300.000 Webseiten analysiert. Dabei haben wir nicht nur die Top Keywords analysiert, sondern Navigational Searches, also Brand Search, größtenteils gefiltert, um ein besseres Ergebnis herbeizuführen.  Heraus kamen 150 Gigabite an Daten für sämtliche Titles, Descriptions, Verlinkungen, Content etc. – zusammen mit mehreren Milliarden Backlinks, Facebook-Likes und -Shares sowie Millionen von Tweets und PlusOnes. Kurz gesagt: Wir haben wieder einmal eine sehr große, frische Datenbasis untersucht, um Euch zu zeigen, was die Top-URLs in den Google-SERPs gemeinsam haben und was sie von den schlechter rankenden Seiten unterscheidet.

Tendenzen zum Vorjahr und viele neue Faktoren

Dabei haben wir unseren Faktorenpool gegenüber dem Vorjahr noch stark ausgebaut. Neben einem Jahresvergleich der Entwicklungstendenzen schon aus 2012 bekannter Korrelationen ermöglichen nun also weitere Attribute eine noch tiefere Analyse der Bereiche Onpage-Content, Onpage-Technik, Backlinks und Social Signals. Übrigens enthalten die Auswertungen bereits Erkenntnisse nach dem Penguin 2.0 Update.

Und wieder sei zu Beginn deutlich auf den Unterschied zwischen Korrelation und kausalem Zusammenhang hingewiesen. Eine hohe Korrelation eines untersuchten Faktors heißt nicht zwingend, dass dieser Faktor ein besseres Ranking bei Google verursacht – sondern dass im Durchschnitt mehr gut positionierte Seiten die durch diesen Faktor beschriebene Eigenschaft aufwiesen, schlechter platzierte dagegen nicht. Das bedeutet auch, dass es Korrelationen gibt, die unwichtig erscheinen (häufig Onpage), weil sie niedrig ausfallen, aber eigentlich essentiell sind. Dazu muss man jedoch das Whitepaper lesen.

Die Ranking-Korrelationen in der Übersicht

Der zugrundeliegende Ansatz für die Berechnung ist – wie schon 2012 – die Spearman Korrelation, mithilfe derer die entsprechenden Durchschnittswerte je nach Tendenz über die Rankingposition hinweg in Beziehung gesetzt werden. Die folgende Übersicht ist demnach zu lesen als: „Je besser das Ranking einer Seite ist, desto eher trifft im Durchschnitt der Faktor X zu.“ – und je höher/niedriger der Wert des Faktors X ausgeprägt ist – umso größer/geringer sind die Unterschiede diesbezüglich über die Suchergebnispositionen 1-30 hinweg.

Ranking-Korrelationen 2013 - Google Deutschland

Auf den ersten Blick scheinen Links wichtig zu sein wie auch Social Signals, während Onpage-Faktoren etwas geringere Korrelationen aufweisen. Doch wie gesagt, Vorsicht bei der vorschnellen Interpretation der Korrelationen. Auch Faktoren mit geringer ausgeprägten Korrelations-Werten könnten durchaus wichtig, wenn nicht gar Grundvoraussetzung für Rankings sein (wie gesagt: Onpage).

Eine tiefergehende Analyse hierzu findet ihr auf unserem ausführlicheren Beitrag, in dem auch die Studie als Whitepaper im PDF-Format heruntergeladen werden kann:

 

> Ranking-Faktoren Deutschland 2013 <

 

Dort gibt es weitere Grafiken, Details und auch die ausführlicheren Ergebnisse – und natürlich die gesamte Studie, die circa 70 Seiten lang ist.

 Die wichtigsten Details im Überblick

Hier in Kurzform die wichtigsten Ergebnissse unserer Studie auf einen Blick:

  • Die Anzahl der Backlinks bleibt enorm wichtig

Doch nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität von Links unterscheidet gut rankende Seiten von schlechter platzierten. Ein möglichst „Natürliches Linkprofil“ und „Diversität“ sind hier die Stichworte. Das sind auch Beobachtungen, die viele teilen – spätestens seit den Penguin-Updates. Daher ist die Analyse noch mal eine Bestätigung dessen.

  • Keyword-Domains haben an Relevanz verloren

Keyword-Domains und auch der Faktor „Keyword in der URL“ scheinen durch Google abgewertet worden zu sein. Vor Jahresfrist hatten diese Faktoren noch positiv(er) mit besseren Rankings korreliert.

  • Bei Content zählt Qualität und Diversität

In Bezug auf die Inhalte von Seiten korrelieren Faktoren wie „Textlänge“ und „Anzahl der Bilder“ positiv mit besseren Rankings. Aber hier scheint die Skala nach oben nicht offen zu sein. Noch mehr Text ist also nicht gleichbedeutend mit einer noch besseren Position.

  • Onpage-Technik gehört zu den Basics

Ein guter technischer Seitenaufbau ist weiterhin eine Grundvoraussetzung für Rankings generell. Dabei bleibt die Existenz des Keywords Onpage weiterhin wichtig.

  • Social Signals korrelieren sehr gut mit besseren Rankings

Das heißt nicht zwingend, dass Social Signals ein Ranking-Faktor sind. Aber URLs auf Top-Positionen weisen deutlich mehr Social Signals auf – das ist Fakt. Ebenfalls Fakt ist, dass mehrere Studien den Einfluss von Social Signals auf Rankings bewiesen haben. Analysen in den USA und in Deutschland kamen dabei zum gleichen Ergebnis.

  • Brands haben eine Ausnahmeposition

Für Marken-Seiten scheinen einige Faktoren in anderem Umfang zu gelten als für Nicht-Brands. In jedem Fall unterscheiden sich Brands in der Ausprägung einiger Faktoren im Durchschnitt von anderen Seiten.

Soviel zur Kurzform der Studie. Eine ausführlichere Zusammenfassung mit Grafiken findet ihr wie erwähnt unter www.searchmetrics.com/d2013.

Die Infografik zu den Ranking-Faktoren 2013

Im letzten Jahr war sie sehr begehrt – und so haben wir auch in diesem Jahr wieder eine Infografik mit den wichtigsten Aussagen zu den Ranking-Faktoren 2013 entwickelt. Und so sieht sie aus:

Infografik Ranking-Faktoren 2013 - Google Deutschland

Wer sich die Datei gern ausdrucken oder druckfähig haben möchte, kann sich die Grafik hier in hoher Auflösung herunterladen. Viel Spaß damit!

Ich bin mir bewusst, dass die Studie genügend Stoff für Diskussionen bietet und wie immer voreilige Schlüsse ohne das Lesen der Studie gezogen werden. So ist es nun mal. Trotzdem die Frage an Euch, was meint ihr zu unseren Erkenntnissen? Wie findet ihr die Infografik (besten Dank an Jörg, unseren Chef Grafiker)? Wie immer freue ich mich über Feedback und eine rege Diskussion!

Dies ist nur ein Gravatar

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Marcus Tober und ich bin Gründer und Geschäftsführer der Searchmetrics GmbH. Ich liebe Daten, weshalb meine Beiträge in der Regel davon mehr als genug haben. Lasst euch davon nicht stören. Über rege Diskussionen in den Kommentaren freue ich mich sehr, ansonsten findet ihr mich auch bei Google+
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Kommentare (14)

  1. 15. Jan. 2014 14.46 Uhr

    Danke für die Grafik. Ich halte die social signals noch für völlig überbewertet, kenne genügend Seiten, die auch ganz vorne ohne wirklich social signals auskommen. In der Regel sind aber unter den vorderen Ranks auch immer große Unternehmen, weshalb diese natürlich in der Regel auch social media betreiben und dadurch viele social signals haben. Die Größe kann aber nicht dominant für Qualität stehen, weshalb ich glaube, dass der social media hype überbewertet ist. Social Media ist abgesehen davon noch viel anfälliger für Missbrauch und SPAM wie z.B. klassisches Link-SEO, weshalb Google das nicht gutheißen kann.

  2. 21. Jan. 2014 11.56 Uhr

    Interessant und sehr informativ. Die Grafik ist gelungen und sehr übersichtlich. Danke für die Arbeit.

  3. 15. Feb. 2014 15.19 Uhr

    Bin in Bezug auf die Social signals sehr ratlos – viele sagen wichtig, andere nicht so…Jedenfalls ranken viele Seiten ausgezeichnet sogar ohne jegliche aktivitäten…

  4. 01. Mrz. 2014 13.30 Uhr

    Die Keyword-Domains stehen meiner Meinung noch sehr gut da, manchmal reicht wirklich das Keyword und paar Links für eine TOP-Position… Macht zwar auch Sinn, jedoch ist es natürlich für den Kunden (User) nicht gerade der Idealzustand.

  5. 19. Mrz. 2014 13.27 Uhr

    Auch wenn die Signale der Socials derzeit noch einen untergeordneten Stellenrang haben, so wird die Bedeutung meiner Meinung nach in der Zukunft signifikant zunehmen. Stichwort Author-Rank.

  6. 26. Mrz. 2014 21.51 Uhr

    Sehr interessanter Beitrag! Social Signals scheinen tatsächlich immer mehr an Bedeutung zu gewinnen, diese Erfahrung kann ich nur teilen. Bei den Backlinks habe ich die Erfahrung gemacht, dass weniger die Anzahl eine Rolle spielt als viel mehr die Relevanz! Ein paar wenige, gute Links von relevanten Seiten können deutlich mehr Wert sein als viele durchschnittliche, nicht relevante Links.

  7. 27. Mrz. 2014 16.12 Uhr

    Weiss auch noch nicht, wie ich die Social Signals einordnen soll, die einen sagen das, die anderen etwas anderes… Und verfolgen lässt sich das auch nur sehr schwer…

  8. 09. Apr. 2014 08.37 Uhr

    Super Artikel !
    Danke dafür, interessant was in 2014 kommt, um erfolgreiche Rankings vorallem mit social signals erzielen zu können.
    Ich glaube, dass da ein deutlicher aufwärtstrend zu sehen ist und auch Facebook Ads immer mehr Google Adwords den Rang ablaufen wird.
    Danke für die Veranschaulichungen.

    Viele Grüße vom Bodensee,
    Max

  9. 14. Apr. 2014 14.29 Uhr

    Danke für die tolle Infografik – endlich einmal die Komplexität der Einflußfaktoren verständlich aufgezeigt. LG aus Wien

  10. 15. Apr. 2014 14.08 Uhr

    Hallo,
    tausend Dank für diesen informativen Beitrag! Social Media scheint also wirklich immer wichtiger zu werden. Da ich absoluter Anfänger in diesem Bereich bin, würde ich mich freuen, wenn Du mal einen Beitrag mit How to über Social Signals machst.
    LG Maria

  11. 18. Apr. 2014 10.16 Uhr

    Social Signals werden von manchen unterbewertet und von manchen überbewertet. Aber das Google+ inzwischen ein Muss ist und Facebook als Traffic Quelle hervorragend geeignet ist lässt sich nicht abstreiten.

    Jeder soll machen wie er es für richtig meint. Unsere Kunden setzen alle auf Social Media und Visuelles Social Media und haben große Erfolge damit.

  12. 13. Mai. 2014 16.07 Uhr

    Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass Facebook eine Menge Besucher bringen kann. Leider kenne ich mich mit Twitter und Google+ weniger aus. Es wäre schön, wenn man darüber hier auch mal einen tollen Beitrag finden könnte 🙂

  13. Eva
    26. Aug. 2014 08.59 Uhr

    Hallo liebes Searchmeatrics-Team! Wird es denn auch in 2014 eine aktualisierte Version geben? Viele Grüße!

  14. 17. Feb. 2015 22.16 Uhr

    Hallo zusammen,

    vielen Dank für die tolle Grafik !

    Gibt es für 2015 etwas neues ?

Trackbacks (4)

  1. 10. Apr. 2014 10.56 Uhr

    […] Searchmetrics Ranking Faktoren […]

  2. 19. Okt. 2014 12.33 Uhr

    […] dieser Erkenntnisse stammen aus der aktuellen Studie zu den Google Ranking Faktoren 2013, die searchmetrics.com kürzlich veröffentlicht hat. Suchmaschinenoptimierung ist nicht out, […]

  3. 23. Okt. 2014 21.58 Uhr

    […] 6) Facebook und Google+ spielen die wichtigste Rolle für SEO […]

  4. 27. Dez. 2014 20.05 Uhr

    […] sehr gute Infografik zu den SEO Ranking-Faktoren 2013 für Google Deutschland hat searchmetrics […]

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