General Guidelines für Rater zu „Thin Affiliates“

26. Oktober 2011 | Gewinner & Verlierer 4 Kommentare

In der vergangenen Woche wurde ein Dokument mit dem Titel „General Guidelines Version 3.18 March 30,2011“ geleakt, in dem es ausschließlich um das Bewerten von Suchergebnissen geht. Es richtet sich eindeutig an Rater von Suchmaschinen – allerdings ist darin nicht zu lesen, dass damit Google-Rater geschult werden sollen. Das Google allerdings sehr schnell und kompromisslos die Veröffentlichung des Dokuments zu unterbinden suchte, ist wohl ein Indiz dafür… (Info: Searchengineland, Potpiegirl).

Sind die Guidelines eine Schulungsunterlage für Google Rater?

Egal. Ich will hier auch gar nicht die 125 Seiten zusammen fassen – das wäre ein allzu umfassendes Vorhaben. Aber ich möchte gerne die Brücke zwischen diesen Guidelines und der Realität herstellen. Denn darin geht es ja sehr ausführlich um das Thema „Spam-Erkennung“. Und im Zusammenhang mit dem Panda-Update hat sich immer wieder die Frage gestellt, warum manche „dünnen“ Affiliate-Seiten vom Panda zertreten wurden und andere nicht.

Also: In den Guidelines wird ein „Thin Affiliate“ sinngemäß so beschrieben, dass das eine Webseite ist, die ihr Geld von Affiliate-Vermittlungen erhält – und die nur existiert, um Geld zu verdienen. Ein „Thin Affiliate“ bietet keinen Mehrwert an und hilft keinen Usern. So weit, so klar definiert.

Wer sind „Thin Affiliates“?

Aber dort steht auch: Nicht alle Affiliates sind „Thin“. Ganz konkret werden einige Domains aufgezählt, die zwar von Affiliate-Vermittlungen leben – aber einen Mehrwert bieten. Zum Beispiel Seiten mit Preisvergleichen, Produkt-Besprechungen, Lyrik, Rezepten u.s.w.. Hier die Visibility-Kurven der in dem Dokument genannten Affiliate-Seiten:

Die Shopping-Guides unter den Nicht-Thin-Affiliates

Mehr oder weniger „Content“-Nicht-Thin-Affiliates…

So wirkte Panda auf das englische Beispiel.

Und so sieht’s in Italien aus.

Macht euch einfach selber einen Blick von den Seiten in den Essentials, ihr könnt dort ja kostenlos reinschnuppern.

Nun, in der Tat scheint der Großteil der darin genannten Seiten die verschiedenen Panda-Updates relativ gut überstanden zu haben. Nur bei wenigen waren sich die Autoren der Guidelines und der Panda-Algorithmus von Google nicht einig. Eine spannendes Ergebnis, das ein weiteres Indiz für die Tatsache sein könnte, dass diese Guidelines von Google stammen…

Praxisteil: Wie unterscheidet man einen „Thin Affiliate“ von einem Shop?

In jedem Fall sind die Guidelines ein Schulungspapier, da dürfen dann auch die Hinweise nicht fehlen, wie man einen „Thin Affiliate“ von einem echten Shop unterscheiden kann. Diese oder ähnliche Hinweise werden den Ratern als Erkennungsmerkmale für einen richtigen Shop mitgegeben:

  • Es gibt eine funktionierende Berechnung der Versende-Gebühren
  • Ein echtes Forum ist vorhanden
  • Der Link zum Warenkorb öffnet sich auf der gleichen Domain
  • Eine Wunschliste bzw. die Möglichkeit, Einkäufe für später zu speichern
  • Ein Login bzw. eine Registrierung

Die Richtung ist klar: Nur wer in wirklichen Kontakt mit seinen Usern tritt, wird nicht verdächtigt, „Thin Affiliate“ zu sein. Das erscheint mir übrigens sehr logisch…

Was ist mit euch? Habt ihr das Dokument auch gelesen und was habt ihr daraus für euch mitgenommen?

Wer schreibt denn hier? Eric Kubitz ist Gründer und Geschäftsführer der CONTENTmanufaktur GmbH, die für hohe SEO-Kompetenz und High-Quality-Content steht. Der gelernte Journalist und (Fast-)Wirtschaftswissenschaftler berät große und kleine Portale, gibt sein Wissen als Dozent an Hochschulen und inhouse weiter und spricht regelmäßig auf SEO-Konferenzen. Zu erreichen ist er per mail (ek@contentmanufaktur.net) oder per Google+ oder Xing.
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Kommentare (2)

  1. 27. Okt. 2011 11.10 Uhr

    Schön finde ich, dass auch mal zu lesen ist, dass nicht jede Affiliate-Seite schlecht sein muss, bzw. dass nicht jeder Affiliate ein „Thin-Affiliate“ ist. Ich finde das kam in den letzten Jahren etwas zu kurz. Immer wieder hat man gelesen: „Google dreht Affiliates den Hahn ab.“, „Google findet Affiliate nicht gut und möchte keine Affiliates haben“ und ähnliche Meldungen. Dass es aber auch durchaus gute Affiliate-Seiten gibt, die auch Mehrwert für den User liefern, wurde dabei höchst selten erwähnt.

    Einen Punkt finde ich übrigens etwas seltsam „Es echtes Forum ist vorhanden“. Liegt das jetzt an meiner Denkweise bzw. meinem Verständnis des Begriffs „Forum“, oder stimmt ihr mir zu, dass das irgendwie nicht wirklich ein Erkennungsmerkmal für einen Shop ist?

  2. 25. Nov. 2011 17.28 Uhr

    Google ist doch selbst der weltweit größte Affiliate Betreiber. Allerdings findet man trotz aller Meldungen, dass Google die Affiliates abstrafen will, bei den top Keys noch immer jede Menge Affiliate Seiten die nicht wirklich einen Contentwert für den Sucher darstellen. Wenn eine Seite einen guten Infowert darstellt ist es ja auch ok wenn sie auf andere Webseiten verweist die etwas verkaufen.
    Ich kann aber die General Guidelines für Thin Affiliates nirgend mehr finden. Auf allen Webseiten die ich besucht habe sind sie gelöscht. Halt Google doch die veröffentlichung verboten?

Trackbacks (2)

  1. 28. Okt. 2011 09.07 Uhr

    […] zusammen, der die geleakten Guidelines von Google zusammen fasst.  Und ich habe mich auf dem Searchmetrics-Blog damit beschäftigt, wie man unter den Ratern “Thin Affiliates” definiert haben […]

  2. 28. Jan. 2014 17.02 Uhr

    […] General Guidelines für Rater zu “Thin Affiliates” […]

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