Agenda 2011: Zehn Strategien für die SEO-Kür (Teil 1)

7. Januar 2011 | Onpage Keine Kommentare

seo-strategiePflicht erledigt – jetzt kommt die SEO-Kür! Google-Optimierer sollten im Jahr 2011  mehr drauf haben als für dynamische Title-Tags und stetiges Linkwachstum zu sorgen.

Denn die Suchmaschine bietet heute viel mehr Sichtbarkeits-Potential als noch vor einigen Monaten – allerdings bei deutlich höherer Komplexität. Für alle, die statt täglichem SEO-Einerlei kreative Strategien mögen, hier zehn SEO-Strategien mit Potential:

1. Performance der Webseite

Ein bisschen was geht immer: Google behauptet, dass eine Webseite langsam ist, wenn sie länger lädt als 1,5 Sekunden. Ein Wert, der selbst für einfache Seiten eine echte Herausforderung darstellt. Vor allem, weil beim Aufruf einer URL die Daten von fünf bis zehn Quellen abgeholt werden müssen. Eine aktuelle Webseite ist schließlich ein Patchwork aus Werbebannern vom AdServer, Social Links von Facebook, Statistik-Skripts von der Web-Analyse, Videoeinblendungen von YouTube u.s.w.. Hier sollte man sehr genau prüfen, wie man seine Ladegeschwindigkeit von der Performance der externen Quellen abkoppelt. Aber man darf das Problem nicht nur bei den anderen suchen. Auch die eigene Zahl der DNS-Abrufe, die Menge der verschiedenen Javascript-Dokumente und der Bilder und die Länge des Codes sind häufig Gründe für lahme Webseiten. Und es lohnt sich ja nicht nur für die Google-Optimierung, die Seite zu beschleuigen. Die User werden es auch danken…

Tipp #1: Googles Page Speed im Firefox installieren und damit die Seite beobachten. Das Tool gibt praktische Tipps, wie die Geschwindigkeit verbessert werden kann.

Schon eine Seite mit 2 Sekunden Ladezeit ist lt. Google langsam...

Schon eine Seite mit 2 Sekunden Ladezeit ist lt. Google langsam…

2. Optimierung für Google Places

Eine Suche nach „Zahnarzt“ in Bad Tölz führt zu völlig unbrauchbaren Ergebnissen. Warum? Weil Google erkennt, dass dies ein „lokaler“ Suchbegriff ist und deshalb auf der ersten Ergebnisseite fast nur lokale Einträge „in der Nähe“ von Bad Tölz zeigt. Da die Tölzer Zahnärzte aber offensichtlich noch digital schlummern und alle noch nicht auf „Google Places“ optimiert haben, findet man fast nur Praxen in München und Starnberg.

Na gut – wer sucht sich schon seinen Zahnarzt übers Internet, den lässt man sich wohl besser empfehlen. Und trotzdem: Wer im Jahr 2011 ein Business mit irgendeinem lokalen Bezug hat, sollte sich intensiv mit Google Places beschäftigen. Und das gilt für Suchbegriffe von „Schuhe“ über „Restaurant“ bis hin zu „iphone Bad Tölz“. Da gibt es viel zu tun und viel zu gewinnen.

Tipp #2: Anmeldung bei Google Places und ein bisschen Lektüre bei SEOmoz.

3. Rich Snippets/Microformats

40 Beurteilungen, 20 Minuten Kochzeit und nur 219 Kalorien? Das muss ich anklicken...

40 Beurteilungen, 20 Minuten Kochzeit und nur 219 Kalorien? Das muss ich anklicken…

Wer sich mit lokalem SEO beschäftigt, stößt auch schnell auf die so genannten „Microformats“, also programmierseitige Kennzeichnung von speziellen Inhalten wie z.B. Adressen, Telefonnummern u.s.w..

Hierfür gibt es verschiedene Varianten, etwa die Darstellung von solchen Daten als hCard. Google erkennt dann schneller, dass es sich um eine Adressangabe handelt und wohin z.B. der Shop gehört. Doch das gilt nicht nur für Adressen, sondern auch für Rezepte von Blaubeerkuchen, Bewertungen in Foren und Veranstaltungen. Sogar die Kalorienzahl von Rezepten können gekennzeichnet und in den Suchergebnissen dadurch hervor gehoben werden. Siehe Bild. 

Tipp #3: Gibt es lt. Google kennzeichnungsfähige Daten auf der Webseite? Das können Adressen, Rezepte, Events u.s.w. sein. Diese entsprechend auszeichnen.

4. Cloaking durch Layout-Tricks vermeiden

Erkennen Sie den Unterschied zwischen dem roten und dem gelben Rahmen? Google schon...

Erkennen Sie den Unterschied zwischen dem roten und dem gelben Rahmen? Google schon…

Seit wann dürfen sich SEOs mit dem Layout einer Webseite beschäftigen? Eigentlich sind wir doch „nur“ dafür zuständig, welche Inhalte zu erscheinen haben – und der Webdesigner verschiebt dann per <div> den SEO-Text an das Seitenende oder fummelt per Frames an einer Darstellung der Seite „für die User“.  Nun, diese Zeiten sind wohl vorbei, zumindest bald. Es sollte jetzt allen klar sein, dass eine Seite, die bei der neuen Instant Preview nur Text und Überschriften beinhaltet, aber „in echt“ (siehe Bild) ganz anders aussieht, bald keine Chance mehr haben wird. Google wird denken, das sei Cloaking – und genau das möchte Matt Cutts im laufenden Quartal bekämpfen… Jetzt ist also ein guter Zeitpunkt, all die schönen Dinge, die wir zeigen möchten, so zu bauen, dass Google sie auch genau so sieht.

Tipp #4: Aktuelles Layout mit Blick auf Usability und die Google Webmaster Richtlinien abgleichen. Die Daumenregel hierfür lautet: Zeige Google alles genauso, wie es der User sieht…

5. Konsolidierung der Seiten im Index

Je mehr Seiten bei Google indexiert sind (siehe Parameter für die Site-Abfrage oder einfach die Searchmetrics Suite nutzen…) umso besser meine Sichtbarkeit? Das stimmt schon lange nicht mehr. Wer den Google Robot mit Millionen von Permutationen seiner Seiten beschäftigt, hält ihn von der eigentlichen Arbeit ab. Zahllose unterschiedliche Beitragslisten aus einer facettierten Navigation oder einem Shop-Konfigurator sollten dem Robot der Indexierung entzogen werden. Und wenn es etwa in einem Shop ein Produkt (T-Shirt) in verschiedenen Größen und Farben gibt, ist es wohl besser, nicht jede Variation davon für die organischen Suchergebnisse indexieren lassen. Das führt zu Duplicate- oder Near-Duplicate-Content und verbraucht sinnlos wertvolle Arbeitszeit des Robots. 

Tipp #5: Welche Beitrags- und Navigations-Seiten sind wirklich „unique“ mit eigenem Content und nutzen dem User? Alle anderen sollten mit geeigneten Mitteln aus der Indexierung genommen werden. Etwa mit <meta name=”robots” content=”noindex” /> im Seitenheader und/oder einer Eintragung in der robots.txt.

Soweit die ersten fünf Strategien für die SEO-Kür. In der nächsten Woche geht es um:

  • Freshness des Contents
  • Bilder-Optimierung
  • Shop-Optimierung
  • Strukturierung der Seite mit HTML5
  • Erweiterung der „Marke“ auf Social Media

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Eric Kubitz und ich bin Mit-Gründer der CONTENTmanufaktur GmbH. Wer mich erreichen will, kann dies per Mail (ek@contentmanufaktur.net) oder per Twitter tun. Bis bald!

Wer schreibt denn hier? Eric Kubitz ist Gründer und Geschäftsführer der CONTENTmanufaktur GmbH, die für hohe SEO-Kompetenz und High-Quality-Content steht. Der gelernte Journalist und (Fast-)Wirtschaftswissenschaftler berät große und kleine Portale, gibt sein Wissen als Dozent an Hochschulen und inhouse weiter und spricht regelmäßig auf SEO-Konferenzen. Zu erreichen ist er per mail (ek@contentmanufaktur.net) oder per Google+ oder Xing.
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