Google Webmaster Tools revisited: Nicht nur gucken!

14. Februar 2011 | Analysen 2 Kommentare

Ich bin ein Google-Webmaster-Tool-Fanboy. Das gebe ich zu. Ich finde es erstaunlich, welche Informationen uns die Suchmaschine zur Verfügung stellt. Und mit Freude höre und lese ich in vergangenen Tagen vermehrte Hinweise und Praxistipps zur Verwendung der “GWT”.

google-webmaster-toolsDoch leider bleiben die Tipps zum Google Toolsatz immer etwas im Allgemeinen. Deshalb möchte ich heute mal nicht nur “gucken”, sondern etwas konkreter werden und mindestens zwei Empfehlungen für den Export und die Weiterverarbeitung von Daten geben. Dazu setze ich voraus, dass man entweder  den Inhouse-SEOs Jens und Markus beim Gang durch die GWT zugehört hat oder der charmanten Maile Ohye bei ihrem Weg durch die Tools gefolgt ist. Beides ist sehr informativ – allerdings unterschiedlich lang ;-)

1. Die Keywords aus den Google Webmaster Tools verwenden

Die Daten in den GWT sind jeweils aktuell – aber sie erzählen nicht die Story, die wir SEOs für eine echte Analyse benötigen. Deshalb wollen wir die wichtigsten Keywords daraus übernehmen und in unsere eigene Überwachung (z.B. in die Searchmetrics Suite ;-) ) übernehmen. Hierfür zwei Hotspots:

  • Text

    Der Klick auf ein Keyword zeigt mehrere, unbedingt beachtenswerte Varianten!

    Erstens holen wir uns aus den Keywords diejenigen mit der “größten Bedeutung” heraus. Und zwar – bitte – in den verschiedenen Varianten. In dem Fall auf dem Bild rechts würde ich “newsflash” weg lassen, weil das mit dem Thema “Segeln” nichts zu tun hat. Die anderen passen dann aber gut. Bei “cup” und “Clubs” finden sich unter den Varianten schöne Keywords…

  • Zweitens gehen wir natürlich zu den Suchanfragen. Und jetzt machen wir uns die Mühe und scrollen ganz nach unten. Dort finden wir einen Tabellen-Export! Niemand muss abtippen, was in den GWT zu sehen ist – einfach runterladen. Zur besseren Übersicht hier aber das Bild der GUI:
TExt

Die "durchschnittliche Position" ist eine merkwürdige Angabe, ebenso auch die Impressionen. Aber für die Auswahl beobachtenswerter Keywords reichen sie aus.

Man könnte z.B. alle Keywords exportieren mit möglichst hohen Impressionen und einer durchschnittlichen Position unter 100. Oder die Keywords mit den meisten Klicks, die sich geändert haben. Wie auch immer: Alles, was wir übernehmen, markieren wir mit einem Sternchen (oranger Pfeil) – damit wir in ein paar Wochen  schauen können, wie zuverlässig  die Google Webmaster Tools sind. Denn wir sollten die Datenqualität eines jeden Tools anzweifeln oder zumindest zu überprüfen.

Diese Prüfung machen wir zum Beispiel mit der Searchmetrics Suite, in die wir die gewonnen Keywords übernehmen. Dabei achten wir auf deren vernünftige Kategorisierung und öffnen eine neue Kategorie “GWT”, die dann der Überprüfung der Tools dient.

2. Die Links aus den Google Webmaster Tools verwenden

Das größte Geschenk, das uns Google in den GWT macht, sind natürlich die Backlinks. Allerdings gibt es diese in einer nur sehr schwer zu verarbeitenden Form. Wir erhalten viele Links, die auf uns zeigen, wir bekommen die bei uns am stärksten verlinkten Seiten und wir bekommen den Linktext. Allerdings leider in verschiedenen Tabellen. So können wir nicht wissen, welche Seite und mit welchem Text uns Spiegel Online verlinkt hat. Das ist umso ärgerlicher, weil es im vergangenen Jahr mehrere Monate lang genau diese Tabelle (alle Links und alle Zielseiten) gab.

Aber wir haben den Hinweis auf die Quell-URLs. Also nutzen wir andere Tools, um daraus eine handhabbare Datengrundlage zu basteln. Logischerweise empfehle ich dafür den neuen Link Manager der Searchmetrics Suite – der nimmt uns da eine Menge Arbeit ab:

  • Tabelle aus den Google Webmaster Tools exportieren
  • Im Searchmetrics Linkmanager für die zu beobachtende Seite ein Projekt anlegen und eine Beispieltabelle für “freiwillige Links” (davon gehe ich jetzt einfach mal aus) kopieren.
  • Nun kopieren wir die Google-Informationen in die Searchmetrics-Tabelle: Die URLs der Backlinks aus der GWT-Tabelle, Projektname aus dem Gedächtnis. Und Ziel URL und Linktext? Da schreiben wir vorerst die Hauptdomain unseres Projekts und einen Standard-Text rein.
  • Hochladen.
  • Der Searchmetrics-Crawler schnappt sich sofort dieses neue Linkfutter und gräbt sich durch die Links. Das Ergebnis sind viele neue Link – und eine lange Fehlerliste. Denn natürlich zeigen nicht alle Links auf die Home und die Links heißen auch anders als unser Standard-Text. Aber das können wir ja nun ändern, da wir ja die Fehler kennen und vom Searchmetrics Link Manager gemeldet bekommen.
  • Übrigens: Es lohnt sich, die Google-Webmaster-Tools-Tabelle zu speichern. Dann brauchen wir in ein paar Wochen nur einen Diff zwischen der dann neuen Tabelle und dieser zu machen – und haben weniger Arbeit.
Mit dem Link Manager werden die Daten aus den Google Webmaster Tools noch wertvoller

Mit dem Link Manager werden die Daten aus den Google Webmaster Tools noch wertvoller

3. Wichtige Seiten der GWT verwenden

Jetzt noch zwei schnelle Tipps, die auch eine Menge Arbeit machen – aber viel nutzen.

  • Erstens laden wir uns die Tabelle der internen Links und sortieren sie absteigend nach der Zahl der internen Links. Warum? Weil unsere Mitteilung an Google ist, dass uns genau diese Seiten am allerwichtigsten sind. Sind das wirklich die Seiten, mit denen wir Geld verdienen bzw. die uns wirklich wichtig sind? Wo in dieser Hierarchie stehen denn die Seiten, mit denen wir für schwierige Keywords besonders gut ranken wollen? Für die ganz schwierigen Fälle empfehle ich die Einrichtung des Keyword Page Optimiziers (KPO) – mehr Infos auf einem Fleck bekommt man für eine Landingpage eigentlich sonst nirgends…
  • Zweitens laden wir uns die Tabelle der Web Crawling Errors. Auch diese sortieren wir nach der Zahl der Links. Denn selbstverständlich ist das Ziel, überhaupt keine Fehler mehr hier zu finden (und ich würde die Zahl dieser Fehler als KPI verwenden) – aber fangen wir bei der Umleitung und sonstigen Error-Behandlung doch bei den Seiten an, die viele Links bekommen. Oder?
Schwerstarbeit - aber lohnenswert: Abbau der Fehler von stark verlinkten Seiten

Schwerstarbeit - aber lohnenswert: Abbau der Fehler von stark verlinkten Seiten

Was noch? Ach…

…noch ein Tipp: Die Seo-Site-Tools sind eine Erweiterung für Chrome, die die Ergebnisse der Google Webmaster Tools (und auch Analytics) etwas pimpen. Wer so etwas mag, sollte sich das installieren.

P.S.: Wer schreibt denn hier? Mein Name ist Eric Kubitz und ich bin Mit-Gründer der CONTENTmanufaktur GmbH. Wer mich erreichen will, kann dies per Mail (ek@contentmanufaktur.net) oder per Twitter tun. Bis bald!

Dies ist nur ein Gravatar

Wer schreibt denn hier? Eric Kubitz ist Gründer und Geschäftsführer der CONTENTmanufaktur GmbH, die für hohe SEO-Kompetenz und High-Quality-Content steht. Der gelernte Journalist und (Fast-)Wirtschaftswissenschaftler berät große und kleine Portale, gibt sein Wissen als Dozent an Hochschulen und inhouse weiter und spricht regelmäßig auf SEO-Konferenzen. Zu erreichen ist er per mail (ek@contentmanufaktur.net) oder per Google+ oder Xing.
Alle Artikel von anzeigen.

Kommentare (1)

  1. 23. Okt. 2011 19.18 Uhr

    Würde ich teils anders sehen, aber ok – muss ja nicht immer richtig liegen ;) War auf jeden Fall n cooler Gedanke.

Trackbacks (1)

  1. 15. Feb. 2011 12.21 Uhr

    [...] Ich muss mich offenbar auch mal mehr mit den Google Webmaster Tools auseinander setzen, wir hatten damals mal ein Fall, da hat sich der Google Bot in einem XT-Commerce Shop eines Kunden an den Session-IDs fest gebissen und dort über Tage 24/7 gespidert, weil jede Seite wegen jeder Bot-IP-Adressse ne neue Session-ID bekommen hat. Ich glaub, da hat Fabian damals auch dem Bot mit den Webmaster Tools Anweisungen erteilt. Naja, Laber Rababer … hier ein Artikel über die Webmaster Tools. [...]

Hinterlasse eine Antwort

Hinweis: Wenn Du hier keinen Namen einträgst (sondern ein Keyword) oder mir Dein Eintrag zu werbelastig erscheint, behalte ich mir das Recht vor Deinen Kommentar zu löschen oder zu editieren. Spart euch sowas hier also bitte!